Startseite » Weniger ausgeben » Die gesetzliche Krankenkasse wechseln – So nutzt du ungeahnte Vorteile bei geringeren Kosten!

Die gesetzliche Krankenkasse wechseln – So nutzt du ungeahnte Vorteile bei geringeren Kosten!

Für eilige Leser

✓ Viele Krankenkassen bieten kostenlos tolle Zusatzangebote
✓ Spare Geld durch Krankenkassenwechsel
✓ Wechseln ist seit 2021 noch einfacher

Ein Artikel der Reihe: Wie viel Geld wirfst du jeden Monat zum Fenster raus? 

Wie oft hast du bisher darüber nachgedacht deine Krankenkasse* zu wechseln? Noch nie? Dann bist du in guter Gesellschaft. Ich selbst habe Anfang 2021 meine Krankenkasse gewechselt und mich geärgert, dass ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin. Warum auch du über einen Wechsel nachdenken solltest, erfährst du hier.

Never change a running system?

Ich habe bisher eigentlich sogar schon zweimal meine Krankenversicherung gewechselt. Das erste Mal allerdings ohne groß darüber nachzudenken. Denn als ich mit einer Freundin über Urlaubspläne sprach, erzählte sie mir, dass ihre Krankenkasse alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Reiseimpfungen (Quelle) für ihre Safari zahlt. Und auch noch ein Medikament zur Malariaprophylaxe.

Da war ich baff! Ich reise regelmäßig nach Südostasien und lasse mich daher regelmäßig impfen. Bisher allerdings teilweise auf eigene Kosten. Dass es eine Krankenkasse gibt, welche die Kosten für alle empfohlenen Impfungen übernimmt, war mir bisher nicht bekannt. Meine damalige Krankenkasse, die aus Bequemlichkeit die meiner Eltern war, zahlte diese Impfungen nicht. Und tut es übrigens auch weiterhin nicht.

Ich wechselte also ohne weiteres Nachdenken und ohne weitere Recherche umgehend die Krankenkasse und nahm erstmal alle für mich sinnvollen Reiseimpfungen in Anspruch. Das machte in der Summe > 500 Euro aus. Ich war zufrieden.

Doch im Januar 2021 flatterte mir ein Brief ins Haus mit der Info, dass der Zusatzbeitrag meiner Krankenkasse um 0,5% erhöht wird und dass ich deshalb ein Sonderkündigungsrecht habe. Angegeben war auch eine Website, auf der man sich über die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen informieren konnte (Quelle).

Das habe ich umgehend getan und meine Krankenkasse gewechselt. Zum 1. April bin ich bei einer anderen Krankenkasse, bei der ich deutlich weniger Zusatzbeitrag zahle und dafür sogar noch mehr Leistungen als bei der alten Krankenkasse erhalte, z.B. auch eine kostenlose jährliche Zahnreinigung. Mehr Leistung für weniger Geld?! Genial. Das spart mir aufs Jahr gesehen eine schöne Summe, vor allem, weil ich dadurch meine private Zahnzusatzversicherung kündigen konnte, die ich nur wegen der Zahnreinigung abgeschlossen hatte. In Summe spare ich nun 500 Euro pro Jahr.

Aber eins nach dem anderen. Wichtig zu verstehen ist, dass die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bei allen Krankenkassen die gleichen sind. Da gibt es keine Unterschiede. Das ist gesetzlich festgelegt. Warum gibt es aber dann 105 verschiedene gesetzliche Krankenkassen (36 davon sind bundesweit verfügbar)? Was unterscheidet sie? Es sind die Zusatz-oder Extraleistungen (im beamtendeutsch Leistungen, die „nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung“ sind) und der Zusatzbeitrag.

Zusatzbeitrag = Zusatzkosten

Fangen wir aber mit den Basics an.

In Deutschland zahlen Angestellte alle den gleichen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % des Einkommens (Stand Februar 2021). Daraus folgt: Wer wenig verdient, zahlt wenig ein und wer viel verdient zahlt viel ein. Der Gesamtbetrag ist aber nach oben hin gedeckelt. Bis zu einem jährlichen Bruttoeinkommen von 58.050 Euro (monatlich 4837,50 Euro) ist man beitragspflichtig (Stand 2021), darüber beitragsfrei.

Sobald man das Einkommen diesen Betrag übersteigt, kann man sich privatversichern oder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Im letzten Fall zahlt man dann Beiträge bis zur genannten Beitragsbemessungsgrenze von derzeit monatlich 4837,50 Euro.

Von den 14,6 % zahlt man selbst die Hälfte, die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Das gleiche gilt für den variabel von der Krankenkasse festgelegten Zusatzbeitrag. Krankenkassen erheben einen Zusatzbeitrag, wenn sie mit den gesetztlich festgelegten Beiträgen nicht kostendeckend arbeiten können.

Aktuell erheben alle Krankenkassen einen Zusatzbeitrag mit einer Spanne von 0,39 % – 1,9 % (Quelle)! Klingt erstmal nach nicht viel Geld, aber wenn du durch einen Wechsel 20 Euro im Monat sparst, sind das 240 Euro im Jahr! Fragt sich also, warum mehr zahlen, wenn doch die gesetzlichen Leistungen bei allen die gleichen sind?

Darf’s eine professionelle Zahnreinigung gratis sein?

Die Zusatzleistungen der verschiedenen Krankenkassen sollte man sich einmal ganz genau anschauen! Gerade wenn man bisher noch nie eine in Anspruch genommen hat, denn hier liegt das eine oder andere Geschenk versteckt. Obwohl ich seit Jahren regelmäßig zur Zahnreinigung gehe, war mir leider nicht bewusst, dass es Krankenkassen gibt, die die Kosten dafür übernehmen. Oder welche anderen Angebote es gibt:

Reiseimpfungen (Tollwut, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, …), Malariaprophylaxe-Medikament, Zuschuss zu einer Osteopathiebehandlung, Gesundheitskurse, Zahnreinigung

Beispiele für Zusatzleistungen bei einigen Krankenkassen

Weitere relevante Faktoren für dich können sein: die Besetzung des Servicetelefons, das Bonusprogramm ode weiteres. Genau Informationen findet man dazu auf den Seiten der Krankenkassen. Wie du es dir besonders einfach machen kannst, erfährst du unten.

Wechseln ist seit Anfang 2021 einfacher geworden

Wenn du deine gesetzliche Krankenkasse wechseln möchtest, musst du nur eins tun: Dich bei einer neuen anmelden. Diese übernimmt die Kündigung bei der alten Krankenkasse für dich. Bedingung ist

  1. die Erhöhung des Zusatzbeitrags (wodurch du ein zeitlich befristetes Sonderkündigungsrecht erhältst, genaueres steht in dem Brief, den du dazu automatisch bekommst) oder
  2. dass du bisher mindestens 12 Monate bei deiner alten Krankenkasse versichert warst.

Ausnahmen sind:

  • Wenn du aus der Familienversicherung ausscheidest und in die eigene Versicherungspflicht eintrittst, kannst du dich sofort für eine neue Krankenkasse entscheiden.
  • Das gleiche gilt übrigens auch bei einem Arbeitgeberwechsel, also wenn du die Firma wechselst.
  • Lass dir nicht zu viel Zeit: Beide Male besteht das Wahlrecht nur in den ersten 14 Tagen nach dem Statuswechsel.
  • Auch wenn du von der Pflichtversicherung in die freiwillige Krankenversicherung wechselst, kann sich sofort eine neue Krankenkasse aussuchen. Das ist der Fall, wenn du die Beitragsbemessungsgrenze überschreitest (siehe oben)

Die Kündigungsfrist beträgt 2 Monate zum Monatsende**. Im Detail kümmern sich deine neue und deine alte Krankenversicherung darum. Keine Sorge, es wird keinen Zeitpunkt geben, zu dem du nicht versichert bist! Das müssen die alte und neue Krankenkasse sicherstellen (Quelle).

Nachdem der Wechselvorgang abgeschlossen ist, bekommst du eine Kündigungsbestätigung der alten und eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse. Informiere anschließend formlos deinen Arbeitgeber über den Wechsel und den Wechseltermin. Deine neue Krankenkasse wird den Wechsel dem Arbeitgeber gegenüber bestätigen.

Übrigens: Alle laufenden Behandlungen werden natürlich von der neuen Krankenkasse übernommen, denn alle Krankenkassen zahlen ja vom Gesetz her für die gleichen Behandlungen.

Lass dir die Arbeit beim Krankenkassenwechsel abnehmen

Als ich den Brief mit der Beitragserhöhung erhalten habe, habe ich erst einmal umfänglich recherchiert. Was ist der Zusatzbeitrag, was ist die Beitragsbemessungsgrenze, welche Zusatzleistungen bieten die verschiedenen Krankenkassen, was sind meine Optionen.

Das war erst einmal ziemlich komplex und unübersichtlich und hat mich viel Zeit gekostet. Ich habe geprüft, welche Zusatzleistungen ich bisher genutzt habe und weiterhin plane zu nutzen und habe diese Liste dann mit anderen Krankenkassen auf deren Homepages verglichen. Eine mühsame Arbeit. Doch letztlich bin ich zu einem klaren Favoriten gekommen.

Nachdem ich den Prozess des Wechsels über die Seite der neuen Krankenkasse bereits lange abgeschlossen hatte, habe ich zufällig entdeckt, dass ich das alles auch hätte viel einfacher haben können. Das Vergleichsportal Check24 bietet nämlich genau den Vergleich der gesetzlichen Krankenkassen an, den ich mühselig per Hand durchgeführt habe. Man kann hier Krankenkassen vergleichen, sich Zusatzbeiträge und die Ersparnis zur bisherigen Krankenkasse ansehen und sich die Zusatzleistungen anzeigen lassen.

Fix alle meine Daten eingegeben, komme ich zum exakt gleichen Ergebnis wie zuvor per Hand, nur dass es nicht Stunden, sondern nur 5 Minuten gedauert hat und viel übersichtlicher ist.

Man kann über das Portal auch direkt den Abschluss vornehmen, was keinen Cent extra kostet, einem aber das gute Gefühl gibt, dass alles klappen wird.

Ich empfehle Check24 guten Gewissens und ohne jeden finanziellen Vorteil für deinen Krankenkassenvergleich und würde das Portal jederzeit wieder nutzen, wenn ich meine Krankenkasse wechseln will.

Bevor du Check24 für andere Vergleiche nutzt, lies aber unbedingt die anderen Artikel meiner Reihe „Wie viel Geld wirfst du jeden Monat zum Fenster raus?“ und lerne, wie du das Portal optimal für dich nutzt und noch mehr rausholst, als nur einen Preisvergleich!

Beim ersten Arztbesuch nach dem Wechsel kurz Bescheid geben

Vielleicht hast du bei deiner bisherigen Krankenkasse eine Auslandskrankenversicherung für Reisen außerhalb der EU abgeschlossen? Diese ist in der Regel an die bestehende Krankenkasse gebunden. Entweder du führst sie (mit ggfs. höherem Tarif) fort oder kündigst sie zum Laufzeitende und schließt eine bei deiner neuen Krankenversicherung ab.

Nachdem die Laufzeit der neuen Krankenversicherung beginnt, solltest du beim Arztbesuch das Praxispersonal auf deine neue Krankenkasse hinweisen. Das ist besonders relevant, wenn du nur ein Rezept bei deinem Arzt „vorbestellst“ und abholen willst. Es sollte korrekt auf die neue Krankenkasse ausgestellt werden.

Weniger zahlen, mehr bekommen

Lass dir die kostenlosen Zusatzleistungen nicht entgehen!

*Ich spreche im folgenden nur von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zur Info: Im Jahr 2019 waren 87,8 %, d.h. 73,1 Millionen Menschen in Deutschland gesetzlich versichert. Nur 10,5 % (8,7 Millionen) waren privat krankenversichert (Quelle). Dazu zählt übrigens nicht nur der einkommenstarke CEO mit Ferrari, sondern auch der nicht ganz so einkommensstarke Florist oder Frisör um die Ecke (da sie selbständig sind und keinen Arbeitgeber haben).

**Wenn du einen Wahltarif abgeschlossen hast, bist du während dessen Laufzeit an deine Krankenkasse gebunden, z.B. 1 Jahr bei einem Selbstbehalttarif (d.h. du hast dich entschieden einen Teil der Kosten aus eigener Tasche zu zahlen, um Beiträge zu sparen) oder 3 Jahre bei einem Krankengeldtarif (besonders für Selbständige interessant: Lohnweiterzahlung bei Arbeitsunfähigkeit). Dann kannst du nicht sofort wechseln. Prüfe daher zuerst die Konditionen deiner Krankenkasse.

Quellen: u.a. Websites Bundesministeriums für Gesundheit, GKV-Spitzenverbands, Verband der Ersatzkassen, www.krankenkassen.de




Schreibe einen Kommentar