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Strom – Wie du clever vergleichst und viel Geld sparen kannst

Für eilige Leser

✓ Harter Wettbewerb = gute Preise für uns
✓ Bei Strom gibt es keine Qualitäts-, sondern nur Preisunterschiede
✓ Wechsele den Anbieter jedes Jahr und profitiere immer wieder vom Neukundenbonus

Ein Artikel der Reihe: Wie viel Geld wirfst du jeden Monat zum Fenster raus?

Strom ist das Paradebeispiel für gleiche Leistung für weniger Geld. Die Lieferanten stehen im direkten Wettbewerb miteinander und versuchen sich gegenseitig zu unterbieten, wenn es um die Gewinnung von Neukunden geht. Das hat Vorteile für jeden von uns:

„Wer nicht wechselt, verschenkt viel Geld!“

Bund der Energieverbraucher e.V.

Doch das gilt erst seit 1998, seit die EU beschlossen hat die Strommärkte zu liberalisieren. Davor hatten in der Regel die Stadtwerke ein Monopol auf die Stromversorgung. Und damit auch auf die Preise. Seither ist das Angebot an Energielieferanten enorm gestiegen und der Preiskampf unter den Anbietern hat uns günstigere Strompreise verschafft.

Wie auch du vom Wettbewerb profitierst und den günstigsten Anbieter findest, erfährst du hier!

Wie funktioniert die Strombelieferung?

Strom ist Strom. Es gibt keine „Qualitätsunterschiede“. Er unterscheidet sich nur darin wie er entstanden ist. Die verschiedenen Quellen sind allgemein bekannt: von Atomkraft bis hin zu Ökostrom.

Damit der Strom zu Hause aus der Steckdose kommt, werden zwei Unternehmen benötigt, die u.a. den Preis des Stroms mitbestimmen. Das sind zum einen der Energielieferant (den wir normalerweise Stromanbieter nennen) und zum anderen der Netzbetreiber.

Die Aufgaben des Netzbetreibers sind Aufbau, Ausbau und die Erhaltung des Stromnetzes eines bestimmten Gebiets. Für diese Leistungen erhalten sie vom Energielieferanten sogenannte Netzentgelte, die der Lieferant an den Kunden weitergibt und die man auf der Stromrechnung wiederfindet.

Dieses Netzentgelt muss jede Zählerstelle zahlen. In einem Mehrfamilienhaus hat z.B. jede Wohnung eine Zählerstelle, also einen Stromzähler mit einer eindeutigen Nummer. Bei mir ist dieser Kasten mit den Stromzählern für das gesamte Haus im Keller.

Die Netzentgeltkosten sind regional verschieden und bei jedem Betreiber unterschiedlich hoch. Darauf hat man selbst keinen Einfluss.

Jeder Haushalt hat Anspruch auf Energieversorgung durch den sogenannten Grundversorger (der Anbieter mit den meisten Kunden in der Gegend in der man wohnt). Wenn man z.B. eine Mietwohnung neu bezieht, ist sofort Strom da, ohne dass man sich extra anmelden muss. Nach dem Einzug kann man sich aber flexibel für einen anderen Energielieferanten entscheiden. Die Kündigungsfrist beim Grundversorger beträgt zwei Wochen. Rund 66% aller Haushalte in Deutschland werden über den Grundversorger versorgt (Monitoringbericht 2020 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt). Falls das im Basistarif geschieht, lohnt sich ein Wechsel besonders!

Dabei kann man bei einem Wechsel des Energieversorgers oder sogar schon bei einem Wechsel in einen anderen Tarif oft viel Geld sparen, teilweise mehrere hundert Euro im Jahr.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Wechseln kann man prinzipiell immer nach Ende der Mindestvertragslaufzeit oder nach einer Preiserhöhung durch den Anbieter. Aber nicht nach jeder Preiserhöhung hat man ein Sonderkündigungsrecht!

Preisanpassungen im laufenden Vertrag

„Der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden lag zum Stichtag 1. April 2020 bei 32,05 ct/kWh und erreichte einen neuen Höchststand. Die Preisanstiege sind im Jahr 2020 vor allem auf gestiegene Umlagen, Netzentgelte und den jeweiligen vom Lieferanten beeinflussbaren Preisbestandteil zurückzuführen.“

Monitoringbericht 2020 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt

Es gibt zwei mögliche Arten von Preisanpassungen:

  1. Eine sogenannte einseitige Änderung der Preise (in der Regel eine Erhöhung). Dies führt zu einem Sonderkündigungsrecht.
  2. Eine Änderung der Preise (Erhöhung und Senkung) aufgrund von „hoheitlich bedingten Preisanpassungen“. Dazu zählen z.B.  Änderungen der Steuer, Umlagen oder Abgaben. Diese muss der Energielieferant 1:1 an die Kunden weitergeben. Hier besteht kein Sonderkündigungsrecht

Der Strompreis besteht aus einem sogenannten Arbeits- und Grundpreis. Der Arbeitspreis wird in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) angegeben. Je mehr Kilowattstunden du verbrauchst, desto höher fällt die Jahresrechnung aus. Dies ist der variable Teil der Rechnung.

Die Fixkosten, Grundpreis genannt, werden in Euro pro Monat oder Jahr angegeben. Dieser ist von Anbieter zu Anbieter und Tarif zu Tarif unterschiedlich.

Insgesamt machen Umlagen, Steuern und Abgaben in Summe rund 52 Prozent des durchschnittlichen Elektrizitätspreises für Haushaltskunden aus:

Strompreis 2020
Aufteilung des Einzelhandelspreisniveaus für Haushaltskunden (2.500-5000 kWh pro Jahr) zum 1. April 2020. Quelle: Monitoringbericht 2020 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt

Den Strompreis bezahlst du monatlich in sogenannten Abschlagszahlungen. Diese müssen sich am tatsächlichen Verbrauch in der vergangenen Abrechnungsperiode orientieren und dementsprechend berechnet werden. Zu viel gezahlte Abschläge werden erstattet oder verrechnet.

Dies geschieht in der Jahresabrechnung, der du auch den Verbrauch des letzten Jahres entnehmen kannst. Er ist wichtig für den Wechsel.

Übrigens: Die meisten Stromanbieter liefern in der Stromrechnung zusätzlich interessante Infografiken mit: Liegst du unter, im oder über dem durchschnittlichen Verbrauch für einen Haushalt deiner Größe? Eventuell kannst du Stromfresser in deinem Haushalt identifizieren und so noch zusätzlich deinen Verbrauch reduzieren.

Der Wechsel ist einfach und kostenlos

Jeder kann seinen Energielieferanten einfach und kostenlos wechseln und damit über Preis, Service und Energiemix selbst entscheiden. Mit letzterem kannst du aktiv etwas für den Umweltschutz tun, indem du dich für Ökostrom entscheidest.

Wenn du nun wechseln willst, solltest du zuerst deinen Energieverbrauch ermitteln, damit du die Preise auf einer sinnvollen Basis vergleichen kannst. Den Verbrauch in kWh des letzten Jahres findest du auf der Stromrechnung deines Anbieters.

Anschließend kannst du mit dem Vergleich der vielen, vielen Angebote starten und einen neuen Vertrag abschließen.

Alles weitere (z.B. die Kündigung des alten Energielieferanten) erledigt der neue Energielieferant. Zum Ende der Belieferungszeit sollte man den Zähler ablesen. Ggfs. fordert der Netzbetreiber auch zur Übersendung des Zählerstands auf.

Achtung: Bei einer Sonderkündigung kann die Kündigungsfrist sehr kurz sein. Es kann Sinn machen selbst zu kündigen, damit die Frist eingehalten wird.

Übrigens: Die Versorgung mit Strom ist immer gewährleistet, da diese über die sogenannte Ersatzversorgung sichergestellt ist, d.h. der örtliche Grundversorger springt bei Problemen (wie Insolvenz des Energielieferanten oder Problemen beim Wechsel) ein. Es kommt also deshalb niemals zu Versorgungsunterbrechungen.

Kommt es dennoch einmal zu Problemen rund um den Stromanbieter, kann man sich an die Bundesnetzagentur wenden.

Meine Erfahrungen und Wechsel in den letzten Jahren

Seit ich mir des Preisvorteils bewusst bin, wechsele ich jedes Jahr konsequent den Stromanbieter. Aufgrund der Neukundenboni und Preisgarantien, hole ich mir jedes Jahr für neue 12 Monate das Optimum raus. Bisher hatte ich nie auch nur ein einziges Problem mit einem der folgenden Anbieter, alles lief online über das Kundenportal. Das Wechseln war immer einfach und hat sich jedes Jahr gelohnt. Außer bei Vattenfall habe ich immer 100% Ökostrom gewählt (beim Einzug hatte ich noch nicht groß über das Thema Strom nachgedacht, mein Fehler!).

  • 2009-2016: Vattenfall
  • 2016: Envia
  • 2017: Entega
  • 2018: energy4u
  • 2019: EMB Strom
  • 2020: eprimo
  • 2021: octopus energy

Ein Learning hatte ich aber: Bei Neukundenboni entscheide ich mich nun immer für den Sofort-Bonus. Einmal hatte ich versehentlich einen Vertrag abgeschlossen, bei dem der Bonus an einen bestimmten Verbrauch gekoppelt war. Den hatte ich nicht erreicht und somit ging mir der Bonus durch die Lappen.

Daher nimm unbedingt alle Tipps und Tricks mit, die ich im Laufe der Jahre gelernt habe!

Worauf du beim Stromanbieter-Vergleichen achten solltest

  • Die Mindestvertragslaufzeit: Je kürzer, desto flexibler, umso eher kannst du wieder von einem Neukundenangebot profitieren. In der Regel 12 Monate, das ist vollkommen ok.
  • Die Kündigungsfrist: Je kürzer, desto flexibler für dich. Wenn man sie gut notiert, sind auch 3 Monate kein Problem.
  • Preisgarantien und Preisanpassungsklauseln: Viele Anbieter garantieren für die Mindestvertragslaufzeit eine Preisgarantie (nicht auf Erhöhung wegen Steuern u.a.; siehe oben). Das ist praktisch. Danach steigen die Preise meist und du solltest wieder wechseln.
  • Die Zahlungsmodalitäten: Verträge per Vorkasse sind oft billiger, aber wenn der Anbieter pleite geht, ist das Geld weg. Auf Rechnung ist man auf der sicheren Seite.
  • Der Neukundenbonus: Achte auf die Bedingungen für den Bonus. Einen Sofortbonus würde ich immer einem Bonus mit Bedingungen vorziehen. Der Bonus wird entweder überwiesen oder mit den Kosten nach Ende der Mindestvertragslaufzeit verrechnet.

Nutze Vergleichsportale, um den besten Tarif zu finden

Den besten bzw. günstigsten Anbieter zu finden, ist heutzutage zum Glück kinderleicht. Wenn du die letzte Stromabrechnung und die Zählernummer parat hast und ebenso die Kündigungsfrist kennst, kann es schon losgehen. 

Ich kann und will keinen Anbieter empfehlen, denn die Angebote wechseln ständig und jeder von uns hat andere Vorstellungen von seinem optimalen Anbieter. Was ich aber ausdrücklich empfehlen will ist die Nutzung von Vergleichsportalen, damit du zu jedem Zeitpunkt die besten Angebote vergleichen kannst.

Nutze dazu Check24(*) oder Verivox(*) oder besser beide! Hintergrundinformationen zu Vergleichsportalen und warum sie so praktisch sind, habe ich hier zusammengestellt. Finde auch du den für dich passenden Tarif und spare viel Geld!  

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Quellen: Bundesnetzagentur, Verbraucherzentrale Bundesverband, Bund der Energieverbraucher e.V.

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