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Kfz-Versicherungen – Wie du clever vergleichst und viel Geld sparen kannst

Für eilige Leser

✓ Die Kfz-Haftpflichtversicherung schützt dich vor finanziellen Schäden
✓ Kaskoversicherungen schützen dein Auto
✓ Wechsele den Anbieter und spare Geld

Ein Artikel der Reihe: Wie viel Geld wirfst du jeden Monat zum Fenster raus? 

Da es potenziell existenzgefährdend wäre keine Kfz-Haftpflichtversicherung zu haben, ist diese gesetzlich vorgeschrieben. Jeder der ein Auto oder Motorrad besitzt, hat diese Versicherung abzuschließen, da man ohne diese ein Fahrzeug gar nicht erst anmelden und auf die Straße bringen kann.  

Du kannst von der Vielfalt an Anbietern und dem deshalb bestehenden Wettbewerb profitieren, um den besten Preis und die besten Konditionen für dich zu finden. 

Was gibt es im Detail zu beachten? Zahlst du derzeit einen fairen Preis oder ist es zu viel? Wo liegt Sparpotenzial? 

Das erfährst du hier! 

Welche Kfz-Versicherungen gibt es überhaupt? 

Schauen wir uns einmal die wichtigsten Kfz-Versicherungen an und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen. Zum Schluss geht es dann darum wie du möglichst viel Geld sparen kannst.

Übrigens: Als Kraftfahrzeug gelten nicht nur Auto und Motorrad, sondern auch Wohnmobile, Motorroller, Mofas, Quads, S-Pedelecs, E-Scooter, usw.  

Die Kfz-Haftpflichtversicherung 

Diese Versicherung ist gesetzlich vorgeschrieben

Wie bei der privaten Haftpflichtversicherung geht es darum dich vor finanziellen Schäden zu schützen. Denn wenn du einen Unfall verursachst, geht es meistens direkt um kombinierte Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Wird dabei jemand schwer verletzt oder werden sogar gleich mehrere Personen geschädigt, kommen schnell sehr hohe Beträge zusammen.  

Müsstest du das selbst übernehmen, könnte dich das finanziell ruinieren. Daher sollte die Deckungssumme deiner Kfz-Haftpflichtversicherung 50-100 Millionen Euro betragen. Die gesetzlichen Mindestversicherungssummen (7,5 Millionen Euro für Personenschäden, bis zu 1.220.000 Euro für Sachschäden, 50.000 Euro für reine Vermögensschäden) reichen bei einem Unfall, bei dem mehrere Personen geschädigt werden, möglicherweise nicht aus. Ich würde das nicht riskieren wollen, zumal die Versicherungsprämie dadurch nur wenig ansteigt.

Bevor es aber zur Zahlung einer Entschädigungssumme kommt, prüft die Kfz-Haftpflichtversicherung erst die Schadenersatzansprüche des Unfallopfers. Hält sie diese für unberechtigt, wehrt sie sie auf ihre Kosten ab, notfalls auch vor Gericht.  

Sind die Schadenersatzansprüche begründet, leistet der Versicherer den Schadenersatz bis zu den im Versicherungsschein vereinbarten Summen. 

Übrigens: Nicht nur der Geschädigte selbst hat Ansprüche an die Kfz-Haftpflichtversicherung. Auch Krankenkasse, gesetzliche Unfall- und Rentenversicherung und der Arbeitgeber holen sich im Fall der Fälle ihre Aufwendungen von deiner Kfz-Haftpflichtversicherung zurück. 

Welche Kosten des Unfallopfers werden abgedeckt?

Dazu gehören unter anderem: 

  • Reparaturkosten  
  • Abschleppkosten   
  • Gutachterkosten  
  • Nutzungsausfall   
  • Mietwagenkosten  
  • Wertminderung  
  • Wiederbeschaffungswert bei Totalschaden  
  • An- und Abmeldekosten 
  • Anwaltskosten
  • Schäden an Gebäuden oder Verkehrseinrichtungen 
  • Behandlungskosten 
  • Verdienstausfall  
  • Schmerzensgeld 
  • Rente  
  • Beerdigungskosten 
  • Hinterbliebenengeld

Diese Liste verdeutlicht noch einmal, wie viele Kosten auf dich zu kommen könnten, wenn du keine Kfz-Haftpflichtversicherung hättest.

Dein Versicherer kann die Zahlung dieser Kosten übrigens selbst bei grober Fahrlässigkeit nicht verweigern. Allerdings kann der Versicherer bei den folgenden Verstößen von dir bis zu 5.000 Euro fordern: 

  • Falls du das Fahrzeug zu einem anderen als dem vereinbarten Zweck benutzt hast (Privatfahrzeug als Taxi gewerblich genutzt). 
  • Falls du ohne Führerschein gefahren bist. 
  • Falls du das Fahrzeug nicht benutzen durftest (z.B. bei einem Diebstahl). 
  • Fahren im alkoholisierten oder berauschten Zustand. 
  • Teilnahme an illegalen Rennen. 
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (auch Fahrerflucht / Unfallflucht genannt). 

Überhaupt keinen Versicherungsschutz hast du beispielsweise bei vorsätzlich und widerrechtlich herbeigeführten Schäden. 

Gültigkeitsbereich

Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkaskoversicherung (siehe unten) gelten innerhalb der geographischen Grenzen Europas sowie in weiteren Gebieten, die zur europäischen Union gehören (z.B. einige Inseln). 

Nur wenn du eine internationale Versicherungskarte (Grüne Karte) hast, erstreckt sich der Versicherungsschutz der Kfz-Haftpflichtversicherung auch auf die in der internationalen Versicherungskarte genannten nichteuropäischen Länder. 

Mallorca-Police 

Einige Versicherer bieten unter diesem Begriff Versicherungsschutz, falls du im Ausland mit einem vor Ort angemieteten Mietwagen einen Schaden verursacht hast und für den Mietwagen im Ausland kein ausreichender Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz besteht. Bei manchen Versicherern ist die „Mallorca-Police“ automatisch in der Kfz-Haftpflichtversicherung enthalten, bei anderen muss diese Leistung gesondert vereinbart werden. 


Kaskoversicherung 

Eine Kaskoversicherung ist eine freiwillige Zusatzversicherung

Teil- vs. Vollkaskoversicherung 

Die Teilkaskoversicherung bietet Versicherungsschutz gegen Schäden am eigenen Fahrzeug. Eingeschlossen sind Brand, Explosion, Entwendung (Diebstahl, Raub, Unterschlagung, unbefugten Gebrauch), Sturm (von mindestens Windstärke 8), Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung. 

  • Eingeschlossen sind Schäden durch die genannten Naturgewalten, wenn dadurch Gegenstände auf oder gegen das Fahrzeug geworfen werden. 
  • Versichert sind der Zusammenstoß mit Haarwild (zum Beispiel Reh, Wildschwein) oder – je nach Tarif – auch mit anderen Tieren, 
  • Glasbruch, 
  • Kabelschäden nach einem Kurzschluss 
  • und bei vielen Versicherungsgesellschaften auch Kabelschäden durch Marderbisse. 
  • Nicht versichert sind Schäden an den Reifen. 

Die Vollkaskoversicherung leistet darüber hinaus für weitere Schäden am eigenen Fahrzeug durch mut- und böswillige Handlungen anderer, durch die du zu Schaden kommst. Außerdem springt sie bei einem selbst verursachten Unfall ein, wenn dein Fahrzeug dadurch beschädigt worden ist. 

In diesen Fällen zahlen Kaskoversicherungen für Schäden am eigenen Fahrzeug (Quelle).

Für wen lohnt sich eine Kaskoversicherung? 

Eine Vollkasko bietet sich vor allem bei Neuwagen an, da hier der Verlust besonders hoch wäre. Die Kosten für die Kaskoversicherung hängen unter anderem von der Selbstbeteiligung (oder Selbstbehalt genannt) ab. Das ist der Betrag, den du im Schadensfall selbst zahlen musst. Er liegt im Normalfall bei circa 150 Euro in der Teilkasko- und bei 300 bis 500 Euro in der Vollkaskoversicherung.  

Für ältere Fahrzeuge kann sich eine Teilkaskoversicherung lohnen – zumindest dann, wenn du dir bei einem Totalschaden kein neues Fahrzeug leisten könntest. 

Übrigens: Erstattet werden in der Kaskoversicherung die Reparaturkosten oder – bei Totalschaden – der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts des Fahrzeugs.  

Keine Leistung bei grober Fahrlässigkeit 

Die Kfz-Kaskoversicherung muss in der Regel nur teilweise oder gar nicht für die am Fahrzeug entstandenen Schäden aufkommen, wenn du den Schaden grob fahrlässig verursacht hast. Der Versicherer kann die Leistung anteilig kürzen. Entscheidend ist dabei die Schwere der Fahrlässigkeit. Beispiele für eine grobe Fahrlässigkeit sind Fahren unter Alkoholeinfluss und das Überfahren einer roten Ampel.  


Insassenunfallversicherung/Kfz-Unfallversicherung

Mit dieser Police sind alle Unfälle, die rund ums Fahrzeug entstehen versicht (Fahren, Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen). Ebenso die Insassen, wenn sie verletzt oder getötet werden. 

„Dieser zusätzliche Versicherungsschutz ist überflüssig.“ 

Verbraucherzentrale

Die Begründung für die Versicherung klingt doch sinnvoll, warum wird sie dann von der Verbraucherzentrale als überflüssig bezeichnet?

Nun, hast du als Fahrer den Unfall verschuldet, kommt schon deine Kfz-Haftpflichtversicherung für berechtigte Schadensersatzansprüche der Beifahrer auf, auch für Familienangehörige. Nur du als Fahrer hast gegenüber deiner eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung keinen Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld. Verletzt du dich aber bei dem Unfall, werden die medizinisch notwendigen Kosten von deiner Krankenkasse übernommen. 

Gegen mögliche dauerhafte Folgen eines Unfalls schützt dich z.B. eine Berufsunfähigkeitsversicherung.  


Autoschutzbrief

Mit dem Autoschutzbrief übernimmt die Versicherung die Kosten bei einer Panne, Unfall, Diebstahl, Krankheit, Verletzung oder Tod. Der Versicherer organisiert und bezahlt:

  • die Kosten für die Pannenhilfe, 
  • sorgt bei Unfällen für die Bergung und Sicherstellung des Fahrzeugs, 
  • für den Ersatzteilversand, 
  • Fahrzeugrücktransport, 
  • Autoverzollung 
  • oder Autoverschrottung. 
  • die Kosten eines Mietwagens, 
  • die Übernachtungen nach Panne oder Unfall 
  • sowie der Krankenrücktransport. 
  • Außerdem werden Fahrkosten für die Weiterfahrt oder Rückfahrt erstattet und die Kosten für die Rückholung von Kindern übernommen. Hebe in solchen Fällen Rechnungen auf, um die Kosten dem Versicherer später belegen zu können. 

Der Autoschutzbrief kann wichtig sein, wenn du mit deinem Fahrzeug oft und für längere Zeit ins Ausland fährst. Bevor du aber einen separaten Schutzbrief abschließt, solltest du prüfen, ob du nicht schon einen Schutzbrief oder eine gleich gute Absicherung hast, z.B. über eine Mitgliedschaft im ADAC


Exkurs: Fristen und Pflichten bei einem Unfall 

  • Einen Unfall musst du deinem Versicherer unverzüglich melden. Spätestens innerhalb von zwei Wochen sollte das auch schriftlich erfolgen.  
  • Es empfiehlt sich, den Schaden zunächst telefonisch beim Versicherer anzuzeigen. Dort erfährst du auch, welche Nachweise (z.B. Gutachten, Kostenvoranschlag, Reparaturrechnung) eingereicht werden sollen.  
  • Bei einem Unfall solltest du die Polizei rufen. 
  • Bei einem Haftpflichtschaden darfst du den Anspruch des Geschädigten nicht anerkennen oder Schadenersatz leisten, ohne dass eine schriftliche Zustimmung des Versicherers vorliegt. 
  • Bei einem Unfall mit Personenschaden müssen Unfallopfer unverzüglich einen Arzt hinzuzuziehen. 
  • Bei Kaskoschäden solltest du vor einer Reparatur bei deiner Versicherung nachfragen. In einigen Tarifen kann sie z.B. die Werkstatt bestimmen. 
  • Wenn du den Unfall verursacht hast, musst du am Unfallort bleiben. Ein Zettel an der Windschutzscheibe mit Namen und Telefonnummer reicht nicht. Das gilt als Unfallflucht. Hast du zum Beispiel ein stehendes Fahrzeug beschädigt und kommt kein Besitzer, dann rufst du auf jeden Fall die Polizei. 
  • Bei einem Wildschaden musst du die zuständige Försterei benachrichtigen. Das übernimmt oft die Polizei. 

Normalerweise stellt man Ansprüche direkt beim gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherer. Das Recht dazu ergibt sich aus dem so genannten Direktanspruch gegenüber dem Versicherungsunternehmen. Den Versicherer des Unfallbeteiligten erfährst du unter Nennung des Autokennzeichens beim Zentralruf der Autoversicherer (Telefon: 0800 250 260 0 oder unter https://www.zentralruf.de/). Das gilt sogar im EU-Ausland sowie Norwegen, Island, Liechtenstein und Schweiz. 


Wie kannst du bei Kfz-Versicherungen sparen? 

Das Leistungs- und Beitragsspektrum von Kfz-Versicherungen ist groß und vielfältig. Für jeden ist etwas dabei, denn es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte, die sich zum Teil sehr unterscheiden können. Ständig kommen neue Tarife dazu. 

Das ist deine Chance, um Geld zu sparen! 

Eins vorweg: Auf keinen Fall sparen solltest du bei der Mindestdeckung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Beträge können bei schweren Unfällen zu wenig sein. Dann musst du die Differenz aus eigener Tasche zahlen. 

Kündigungsfristen bei Kfz-Versicherungen 

Die Kündigungsfristen waren früher einheitlich geregelt. Stichtag für die Kündigung war der 30.11. eines jeden Jahres. Bis dahin musste die Kündigung beim Versicherer eingegangen sein. Viele Versicherer haben dies geändert. Schau daher unbedingt in deiner Police nach. 

Kfz-Versicherungsverträge verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens einen Monat vor Ablauf schriftlich gekündigt werden. Gekündigt werden können alle Verträge des Fahrzeugs – also Kfz-Haftpflicht- und Teil- bzw. Vollkaskoversicherung.  

Kündigen kannst du auch aus den folgenden, besonderen Anlässen: 

  • Kündigung im Schadensfall: Die Kündigung muss dem Versicherer einen Monat nach Beendigung der Verhandlung über die Entschädigung zugehen.  
  • Kündigung bei Verkauf / Zwangsversteigerung des Fahrzeugs: Nur der Käufer kann kündigen. Da das Auto noch zugelassen ist, darf der Versicherungsschutz nicht automatisch verloren gehen. Es gilt aber als automatische Kündigung, wenn der Erwerber bei der Zulassungsstelle eine Versicherungsbestätigung eines anderen Versicherers vorlegt.  
  • Kündigung, wenn der Versicherungsbeitrag steigt 
  • Kündigung bei Veränderung des Schadenfreiheitsrabatt-Systems, der Tarifstruktur und Bedingungsänderungen 
  • Kündigung bei geänderter Verwendung des Fahrzeugs 

Beachte bei einer Kündigung: Falls das Fahrzeug noch genutzt wird, brauchst du eine neue Versicherung, sobald die alte gekündigt ist. Es dürfen keine Unterbrechungen beim Versicherungsschutz entstehen! Suche dir also rechtzeitig einen neuen Anbieter und kündige den alten. 

Wenn du online über Tarifcheck(*) oder Verivox(*) wechselst (siehe auch unten), dann übernehmen die Plattformen die Kündigung für dich und stellen sicher, dass keine Versicherungslücke auftritt, wenn du dich rechtzeitig um den Wechsel kümmerst. Ein super Service! 

Wovon hängt die Höhe der Versicherungsprämie ab? 

Die Höhe des Versicherungsbeitrages hängt von verschiedenen Tarifmerkmalen ab. Die wichtigsten sind: 

  • Höhe der Deckungssumme – wie viel die Versicherung bei einem Schaden maximal zahlt. 
  • Regionalklassen – wo du wohnst, kann einen Einfluss auf den Beitrag haben (in Städten sind Kfz-Versicherungen z.B. oft teurer als in ländlichen Regionen). 
  • Typklassen – welches Fahrzeug du fährst. 
  • Deine Berufsgruppe (besondere Tarife gibt es zum Beispiel für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, Landwirte). 
  • Schadensfreiheitsklassen – wie viele Jahre der letzte, über die Versicherung abgewickelte Unfall zurückliegt. 

Jedes unfallfreie Jahr verbessert die persönliche Schadensfreiheitsklasse. Und die resultiert in einem extra Rabatt auf die Beiträge, den Schadenfreiheitsrabatt. Je länger du unfallfrei fährst, desto höher ist deine Schadenfreiheitsklasse. 

Jeder Schadenfreiheitsklasse ist ein bestimmter Prozentsatz zugeordnet mit dem die Prämie errechnet wird. Fahranfänger kennen das: Schließt man erstmalig einen Vertrag ab, zahlt man in der Kfz-Haftpflicht- und in der Vollkaskoversicherung in der Regel mehr Beiträge als für einen Vertrag, der bereits viele Jahre unfallfrei läuft.  

Die Neueinstufung des Schadenfreiheitsrabatts findet jeweils am Jahresende statt und kann zu einem niedrigeren, aber auch höheren Schadenfreiheitsrabatt führen. Abhängig davon, ob die Versicherung einen Schaden regulieren musste oder nicht. 

Bei kleineren Schäden ist es häufig sinnvoll, den Schaden selbst zu tragen, um eine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts zu umgehen. Normalerweise ist ein Schadenfreiheitsrabatt an eine bestimmte Person und einen bestimmten Vertrag gebunden. Unter gewissen Bedingungen ist jedoch eine Übertragung bzw. Anrechnung möglich. 

Bei einem Wechsel des Versicherers werden nicht die Prozente an den neuen Versicherer weitergegeben, sondern die Schadenfreiheitsklassen, d.h. die schadenfrei gefahrenen Jahre und die angefallenen Schäden. Das liegt daran, dass die Beitragsprozente bei den einzelnen Versicherern nicht einheitlich sind.

Den Rabattschutz gibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Vollkaskoversicherung. Wenn der Versicherer einen Rabattschutz anbietet, kann dieser in der Regel als zusätzliche kostenpflichtige Tarifoption vereinbart werden.  

Du musst in der Regel mindestens eine bestimmte Schadenfreiheitsklasse (SF) erreicht sein, beispielsweise SF4 oder SF6. Üblicherweise musst du auch ein bestimmtes Mindestalter haben, häufig 23 Jahre.  

Nach einem selbstverschuldeten Unfall wird der Versicherungsvertrag normalerweise im darauffolgenden Jahr in eine niedrigere (schlechtere) Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Dies hat einen höheren Versicherungsbeitrag zur Folge.  

Wurde ein Rabattschutz vereinbart, wird die Schadenfreiheitsklasse und damit einhergehend der zugeordnete Schadenfreiheitsrabatt im Schadenfall im darauffolgenden Jahr nicht zurückgestuft.  

Mindestens einen Schaden pro Jahr hat der Versicherungsnehmer mit einem Rabattschutz frei, ohne die Schadenfreiheitsklasse zu verlieren.  

Klingt erstmal toll, hat aber einen Nachteil, wenn du den Versicherer wechseln willst oder musst. Denn zur Berechnung der Versicherungsprämie wird nur die Schadenfreiheitsklasse herangezogen, die durch Schadensregulierung eventuell geringer geworden ist. 

Den Rabattretter gibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Vollkaskoversicherung. Der Rabattretter bewahrt den Versicherungsnehmer vor dem Verlust seines Schadenfreiheitsrabatts. Eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse verhindert er hingegen nicht.  

Ähnlich wie beim Rabattschutz muss mitunter eine zusätzliche Option abgeschlossen werden. Teilweise wird auch eine kostenlose Form des Rabattretters in Tarifen angeboten. Die meisten Kfz-Versicherungen bieten diese Möglichkeit allerdings erst, wenn der Versicherungsnehmer eine hohe Schadenfreiheitsklasse (z.B. SF25) erreicht hat. In Neuverträgen ist der Rabattretter unüblich. 

Kommt es bei einem Versicherungsnehmer mit Rabattretter zu einem selbstverschuldeten Unfall, so erfolgt zwar eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse im Folgejahr. Der Rabattretter bewirkt aber, dass die Zurückstufung nur in dem Maße erfolgt, dass der bisherige Versicherungsbeitrag nicht steigt. Ein fiktives Beispiel: Rückstufung von SF 25 (30 %) nur nach SF 22 (30%) und nicht nach SF 16 (20%).  

Auch der Rabattretter wird bei Versicherungswechsel nicht mit übertragen. 

Weitere Merkmale können ebenfalls einen Einfluss auf den Beitrag haben:

  • die Stärke des Motors 
  • wie viele Kilometer du pro Jahr etwa fährst 
  • das Alter des Fahrzeugs 
  • wer es fährt und wie alt diese Person(en) sind 
  • private oder berufliche Nutzung 
  • ob das Fahrzeug in einer Garage abgestellt wird 
  • in der Kaskoversicherung kommt außerdem eine Selbstbeteiligung in Betracht 

Damit die Kosten für deine Kfz-Versicherung nicht zu hoch werden, kannst du folgende Tipps beachten: 

  1. Fahranfänger zahlen meist deutlich weniger, wenn das Fahrzeug als Zweitfahrzeug der Eltern zugelassen wird. 
  2. Nach einem Versicherungsfall solltest du prüfen, ob es sich lohnt, den Schaden selbst zu bezahlen. Zahlst du nämlich selbst und lässt die Versicherung nicht dafür einspringen, erhältst du am Ende des Jahres den Schadenfreiheitsrabatt. Wenn du weißt, wie viel der Schaden kosten wird, frage bei deiner Versicherung nach, wie sich ein Versicherungsfall auf die Zahlungen der folgenden Jahre auswirken würde. Danach kannst du entscheiden, was für dich günstiger ist. 
  3. Du kannst prüfen, ob sich der Schadenfreiheitsrabatt auf einen anderen Fahrer der Familie übertragen lässt. Dadurch kann ein Kind z.B. das Fahrzeug, das bisher auf seine Eltern angemeldet war, nun selbst versichern. Voraussetzung ist, dass der Wagen auch tatsächlich überwiegend vom Kind gefahren worden ist. Außerdem: Die Eltern verzichten dann auf ihren Schadenfreiheitsrabatt. 
  4. Wenn du im Schadenfall eine vom Versicherer empfohlene Werkstatt wählst, erhältst du in der Kaskoversicherung günstigere Beiträge. 
  5. Der Kaskobeitrag lässt sich auch durch eine Selbstbeteiligung im Schadenfall verringern. 

Nutze Vergleichsportale, um den besten Tarif zu finden 

Den besten bzw. günstigsten Anbieter zu finden, ist heutzutage zum Glück kinderleicht. Wenn du die Kündigungsfrist deines Versicherungsanbieters kennst, kann es schon losgehen. Du kannst übrigens auf den Vergleichsportalen auch schon Monate im Voraus wechseln. Dann vergisst du es später nicht.

Ich kann keinen konkreten Versicherungsanbieter empfehlen, denn die Angebote wechseln ständig und jeder von uns hat andere Vorstellungen von einem optimalen Anbieter. Was ich aber ausdrücklich empfehlen will, ist die Nutzung von Vergleichsportalen, damit du zu jedem beliebigen Zeitpunkt die besten Angebote finden kannst.

Nutze dazu die voneinander unabhängigen Portale Tarifcheck(*) oder Verivox(*) oder noch besser beide! Hintergrundinformationen zu Vergleichsportalen und warum sie so praktisch sind, habe ich hier zusammengestellt. Finde auch du den für dich passenden Tarif und spare viel Geld!  

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Quellen: Website von Die Versicherer – Das Verbraucherportal des GDV, Verbraucherzentrale, BaFin, Stiftung Warentest 

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