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DSL | Internet – Wie du clever vergleichst und viel Geld sparen kannst

Für eilige Leser

✓ Harter Wettbewerb = gute Preise und Geschwindigkeiten für uns
✓ Vergleichen lohnt sich
✓ Wechsele den Anbieter regelmäßig und profitiere immer wieder vom Neukundenbonus

Ein Artikel der Reihe: Wie viel Geld wirfst du jeden Monat zum Fenster raus?

Kommen wir zu einem Thema, an das ich mich selbst jahrelang nicht heran getraut habe: Den Wechsel des DSL-Anbieters. Die Erfahrung aber zeigt: Es ist einfach und problemlos möglich und mit einem besonderen Tipp sparst du extra viel Geld.

Der Wechsel lohnt sich immer und ist leichter umgesetzt als gedacht.

Once upon a time

Starten wir mit etwas Hintergrundwissen (Quelle): Bis Ende der 90er-Jahre hatte die damalige Deutsche Bundespost per Grundgesetz (!) das Staatsmonopol auf alle Telekommunikationsdienstleistungen (Post, Telefon, Internet). Erst die Marktliberalisierung hat es ermöglicht, dass wir heute aus vielen Anbietern auswählen können. Damit das auch wirklich der Fall ist, gibt es die Bundesnetzagentur, die darauf achtet, dass der Wettbewerb wirklich stattfinden kann.

Historisch gesehen war deshalb früher jeder Haushalt einmal Kunde bei der Telekom und wenn man seither nicht gewechselt hat, ist man es immer noch. Die meisten Netze wurden deshalb auch von der Telekom gebaut. Beim weiteren Ausbau der Infrastrukturen können seit der Liberalisierung aber auch andere Unternehmen um Fördergelder buhlen und bei Ausbau mitmachen. Damit auch ländliche Regionen endlich schnelles Internet bekommen, werden ordentlich Fördergelder locker gemacht. Dennoch geht es viel zu langsam voran.

Exkurs: Wie funktioniert DSL eigentlich?

Ich will hier nicht zu tief einsteigen, aber grob sollte man verstehen, warum im eigenen Haushalt statt 1.000 Mbit/s nur 50 Mbit/s verfügbar sind (Quelle). Die Idee von DSL ist, dass die bereits vorhandenen Kupferkabel aus der reinen Telefoniezeit weitergenutzt werden können.

Aktuelle Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Ende 2020)
Quelle: Aktuelle Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Ende 2020).

Stark vereinfacht ausgedrückt, braucht man für eine schnelle DSL-Leitung zwei Dinge: ein schnelles Glasfaserkabel und ein langsameres Kupferkabel. Das schnelle Glasfaserkabel reicht bisher in der Regel nicht bis in die Wohnung, sondern nur bis zu einem Verteilerknoten. Je weiter der von deiner Buchse für das Modem entfernt ist, d.h. je länger das Kupferkabel ist, desto langsamer ist dein Internet.

Im Zuge des Glasfaserausbaus werden immer mehr Haushalte direkt mit Glasfaser verbunden und können damit Spitzengeschwindigkeiten erreichen. Dieser Ausbau erfolgt in den Städten schneller als in ländlichen Gebieten. Das übergeordnete Ziel ist superschnelles Internet mit mindestens 1.000 Mbit/s in ganz Deutschland bis 2025 (Quelle).

Aktuelle Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Ende 2020) in Prozent der Haushalte
Quelle: Aktuelle Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Ende 2020).

Nutze den DSL Speedtest ist dein Internet langsamer als das wofür du bezahlst?

Wie schnell das Internet bei dir zu Hause maximal sein kann, kannst du auf der Seite jedes beliebigen Anbieters unter Angabe deiner Adresse prüfen. Die Länge der Kupferkabel bzw. der Abstand zwischen Verteilerkasten und deiner Anschlussbuchse wird in sekundenschnelle geprüft.

Dein Internet scheint langsamer geworden zu sein? Das kann verschiedene Gründe haben. Wenn du einmal ganz genau wissen willst, ob dein Anbieter nicht liefert, was versprochen war, kannst du kostenlose Programme zur Messung der Internet-Geschwindigkeit nutzen (DSL Speedtest).

Nutze die Angebote der Bundesnetzagentur und prüfe schnell,  einfach und kostenlos die Leistung deines Internetzugangs und du bekommst damit einen offiziellen Nachweis für eine ggfs. (zu) schwache Leistung. Dafür solltest du an 2 Tagen je 10 Messungen durchführen und kannst dich dann mit dem Ergebnis an den Anbieter wenden.

Da dieses Angebot von vielen Menschen in Deutschland genutzt wird, entstehen dabei interessante Daten:

„Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download 73,6% der Nutzer (2018/2019: 70,8%) bei stationären Breitbandanschlüssen im aktuellen Berichtsjahr mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate; bei 24,0% der Nutzer (2018/2019: 16,4%) wurde diese voll erreicht oder überschritten. Auch im aktuellen Berichtsjahr haben Endkunden oftmals nicht die vertraglich vereinbarte maximale Datenübertragungsrate erhalten.“

Jahresbericht 2019/2020, Breitbandmessung der Bundesnetzagentur

Bei einer Diskrepanz kann man vom Anbieter z.B. das fehlende Mehr an Geschwindigkeit einfordern. Ist dies nicht möglich, kann man im Gespräch mit dem Provider vielleicht einen Wechsel in einen langsameren Tarif vereinbaren und dann natürlich auch weniger zahlen.

Mit der ebenfalls angebotenen Browsermessung kannst du die Performance deines Browsers beim Surfen im Internet testen. Bei mir entsprach des Messergebnis des Browsertests auch meiner gekauften DSL-Verbindung.

Weiterversorgung nach einem Anbieterwechsel (ohne Umzug)

Kommen wir aber zum eigentlich Thema zurück: Dem Wechsel des DSL-Anbieters.

Die größte Sorge bei einem Anbieterwechsel ist sicherlich, dass man auf einmal ohne Internet da steht, weil irgendetwas nicht geklappt hat. Diese Sorge hatte ich auch viele Jahre lang. Und sicher kennst auch du jemanden, bei dem irgendetwas nicht geklappt hat. Das kann passieren und ist im Fall der Fälle ärgerlich. Gleichfalls ist es mir trotz einiger Wechsel noch nie passiert.

Das liegt wahrscheinlich daran, dass ein Anbieterwechsel in einem bestehenden Haushalt für die Anbieter heutezutage keine Schwierigkeiten mehr bedeutet. In der Regel muss kein Techniker kommen, da die DSL-Leitung ja schon „offen“ ist. Am Tag des Wechsels muss nur vom einen auf den anderen Anbieter umgeschaltet werden. Damit das reibungslos funktioniert, tauschen sich die Anbieter vorab aus.

Denn in Deutschland gilt: Wenn man den Wechsel rechtzeitig eingeleitet hat, darf der bisherige Anbieter seine Leistung nicht einfach einstellen. Auch nicht, wenn das Vertragsende erreicht ist. Er muss einen so lange weiterversorgen, bis der Wechsel zum neuen Anbieter abgeschlossen ist.

Nur am Tag der Umschaltung darf es zu einer Unterbrechung kommen. Wenn diese mehr als einen Tag dauert, kann man beim neuen Anbieter eine Weiterversorgung durch den bisherigen Anbieter verlangen.

Übrigens: Die Bundesnetzagentur kümmert sich auch um die Beschwerden der Verbraucher. Bei Problemen rund um deinen Internet- und Telefonanbieter, kannst du dich hier melden.

Meine Erfahrungen und Wechsel in den letzten Jahren

Seit ich mich das erste mal getraut habe den Anbieter zu wechseln, wechsele ich konsequent immer nach Ende der Mindestvertragslaufzeit den DSL-Anbieter. Der Neukundenbonus ist in der Regel sehr hoch und so habe ich es seit 2017 geschafft nie mehr als 17,99 Euro pro Monat für meinen DSL-Anschluss zu bezahlen. Und das bei steigender Bandbreite. Übrigens: von 2019-2021 habe ich nur unglaubliche 14,99 Euro/Monat für 50 Mbit/s gezahlt!

Bisher hatte ich nie auch nur ein einziges Problem mit den Anbietern oder der DSL-Leitung. Alles lief online über das jeweilige Kundenportal. Das Wechseln war immer einfach und hat sich finanziell jedes Mal gelohnt.

  • 2009-2017: Alice (übergegangen in O2)
  • 2017-2019: Telekom
  • 2019-2021: O2
  • 2021-2023: Telekom

Vielleicht wunderst du dich, warum ich nur zwischen zwei verschiedenen Anbietern hin- und hergewechselt bin? Ganz einfach: Sie hatten zum jeweiligen Zeitpunkt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim ersten Wechsel hin zur Telekom war mir klar, dass ich gute Leistung und Service erwarten konnte. Der Wechsel „zurück“ zu O2 fiel mir auch sehr leicht, denn ich hatte ja nur wegen des Preises und nicht wegen schlechter Qualität gewechselt.

Worauf du beim Anbieterwechsel achten solltest

Wenn du nun wechseln willst, solltest du zuerst deinen Bedarf ermitteln, damit du die Preise auf einer sinnvollen Basis vergleichen kannst. Home office, Netflix und andere Online-Dienstleistungen werden immer mehr genutzt. Vielleicht brauchst du eine höhere Bandbreite? Aber auch hier gilt: Nur weil 1.000 Mbit/s gerade im Angebot sind, brauchst du das noch lange nicht. Mir werden auf Dauer 50 Mbit/s ausreichen, da damit sowohl Home office als auch Netflix optimal funktionieren.

Anschließend kannst du mit dem Vergleich der Angebote starten und einen neuen Vertrag abschließen.

Alles weitere lässt du besser den neuen DSL-Anbieter übernehmen. Kündige nicht selbst! Wenn der neue Anbieter kündigt, dann läuft die Absprache zum Wechsel reibungsloser.

Hier ein paar weitere Punkte:

  • Die Mindestvertragslaufzeit: Je kürzer, desto flexibler, umso eher kannst du wieder von einem Neukundenangebot profitieren. 24 Monate sind aber der Standard.
  • Die Kündigungsfrist: Je kürzer, desto flexibler bist du in der Zukunft.
  • Preisgarantien: Nahezu alle Anbieter bieten für die ersten 12 von 24 Monaten einen Preis, der dann deutlich steigt und auch nach der Mindestvertragslaufzeit auf diesem Niveau bleibt. Du solltest daher immer konsequent wechseln, sobald es möglich ist.
  • Der Neukundenbonus: Hier gibt es verschiedene Optionen. Wechselbonus, Payback, Erstattung der Anschlussgebühren etc. Genaues hinschauen lohnt sich.

Profi-Tipp 1: Die Kündigungsfrist und das Ende der Mindestvertragslaufzeit findest du im Vertrag oder auf jeder monatlichen Rechnung.

Profi-Tipp 2: Vergleiche die Tarife einmal mit und einmal ohne „WLAN Router inklusive“. Ich habe mir zum ersten Wechsel eine eigene Fritzbox gekauft (jeder andere Anbieter ist genauso gut!). Nahezu alle möglichen Optionen waren dadurch schon auf 2 Jahre gerechnet deutlich billiger. Sie läuft seit 2017 immer noch einwandfrei! Daran sollte auch der neue WLAN-Standard erst einmal nichts ändern

Profi-Tipp 3: Zugegeben, dieser Tipp kostet etwas Überwindung, aber er kann sich in barer Münze lohnen. Du bist noch innerhalb der Mindestvertragslaufzeit und profitierst von günstigen Neukundenkonditionen? Dann kannst du das hier mal ausprobieren, gerade dann, wenn es in deinem Gebiet keinen anderen passenden Anbieter zum Wechseln gibt.

Vor dem Ende der Kündigungsfrist: Rufe bei der Hotline deines Anbieters an und sage, dass du planst zu wechseln und du dich vor deiner Entscheidung aber erkundigen wolltest, ob du nicht die aktuellen Konditionen behalten könntest.

Erfahrung einer Freundin: Klappt jedes Jahr aufs Neue. Ihr Anbieter gewährt ihr immer wieder für 12 Monate die alten Konditionen und der Servicemitarbeiter hat sie sogar ermutigt, dass jedes Jahr durchzuziehen.

Eigene Erfahrung 2021: Ich habe vor meinem geplanten Wechsel bei O2 angerufen, denn billiger als 14,99 Euro/Monat geht es echt nicht mehr. Die erste Service-Mitarbeiterin sagte nach meiner Frage sofort: „Na klar, das geht!“ und hat mich weiter verbunden. Der nächste Service-Mitarbeiter hat dann aber leider einen genaueren Blick auf meinen Vertrag geworfen und meinte „Der Vertrag ist eigentlich zu billig, sorry, das geht in diesem Fall nicht“. Nachvollziehbar. Aber ich war mehr als stolz auf mich, dass ich den Mut hatte nachzufragen. Und es hat sich bestätigt: Man muss sich nur trauen!

Nutze Vergleichsportale, um den besten Tarif zu finden

Wenn du die letzte DSL-Rechnung oder deinen Vertrag parat hast und die Kündigungsfrist kennst, kann es schon losgehen.

Nutze ein Vergleichsportal wie Check24(*) oder Verivox(*) oder besser noch beide! Finde den für dich passenden Tarif und schließe ihn über das Portal ab. Informiere dich gerne über die Vorteile von Vergleichsportalen in diesem Artikel.

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Quellen: Website der Bundesnetzagentur, Breitbandmessung, Website des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

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