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Die Rentenlücke: Warum die Altersvorsorge so wichtig ist

Für eilige Leser

✓ Die gesetzliche Rente wird nicht mehr ausreichen
✓ Die Beiträge werden steigen, die Renten sinken
✓ Bestimme deine Rentenlücke und werde selbst aktiv

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen“. Das gilt im besonderen Maße für die Altersvorsorge. Denn jeder von uns weiß, dass die gesetzliche Rente in Zukunft nicht mehr ausreichen wird. Altersarmut ist schon heute ein Problem und wer nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein will, muss selbst vorsorgen.

Du wirst überrascht bist schockiert sein, wenn du hörst, was auf uns alle zukommen wird.

Doch wie groß genau ist deine Rentenlücke? Machen staatliche Angebote wie die Riesterrente oder betriebliche Altersvorsorge Sinn oder sind diese mehr gut gemeint als gut umgesetzt? Sorge selbst vor und verlass dich nicht auf den Staat. Werde finanziell unabhängig und nimm dein Leben selbst in die Hand, solange noch genug Zeit ist!

Welche Art von Altersvorsorge sich für dich lohnt, erfährst du in dieser Reihe.

Warum die gesetzliche Rente in Zukunft nicht mehr ausreichen wird

Derzeit zahlt der Staat über die Deutsche Rentenversicherung monatlich Renten an 21,1 Millionen Rentner aus. Doch um welche Beträge geht es hier? Am 1. Juli 2019 betrug die durchschnittliche gesetzliche Rente für Männer 1187 Euro und für Frauen sogar nur 764 Euro im Monat! Und das nach durchschnittlich 41,59 bzw. 30,46 Beitragsjahren (Quelle).

Hättest du das gedacht? So gering sind die gesetzlichen Renten gerade wirklich!

Doch zum Glück gibt es nicht nur die gesetzliche Rente. Denn wer zusätzlich vorgesorgt hat, bekommt eventuell auch noch eine Betriebsrente oder private Rente oder kann sich an Kapitalerträgen erfreuen. So zeigt der gleiche Bericht, dass das Nettoeinkommen eines Ehepaars bei 2910 Euro, eines alleinstehenden Mannes bei 1796 Euro und einer alleinstehenden Frau bei 1606 Euro liegt.

Puh, noch mal Glück gehabt? Ist doch alles gar nicht so schlimm?

Diese Daten spiegeln nur den aktuellen Stand wieder und nicht, was uns in Zukunft erwartet. Denn wir werden immer älter und die demographischen Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Durch die Überalterung der Gesellschaft wird z.B. bis zum Jahr 2035 die erwerbsfähige Bevölkerung in Deutschland um rund 4 bis 6 Millionen schrumpfen (Quelle).

Die älter werdende Bevölkerung stellt das Rentensystem vor erhebliche Herausforderungen

Ein Vergleich des Alters­aufbaus im Jahr 2019 mit dem Jahr 1990 zeigt das Voran­schreiten des demo­grafischen Wandels sehr anschaulich. Die Anzahl der Personen im Alter ab 70 Jahren ist zwischen 1990 und 2019 von 8 auf 13 Millionen gestiegen.
Ein Vergleich des Alters­aufbaus im Jahr 2019 mit dem Jahr 1990 zeigt das Voran­schreiten des demo­grafischen Wandels sehr anschaulich. Die Anzahl der Personen im Alter ab 70 Jahren ist zwischen 1990 und 2019 von 8 auf 13 Millionen gestiegen. Ein Trend der anhält (Quelle).

Die Lebenserwartung bei Geburt hat sich in den letzten rund 150 Jahren in etwa verdoppelt. Sie liegt aktuell bei 78,4 Jahren (Männer) bzw. 81,2 Jahren (Frauen). Die in der jüngeren Vergangenheit zu beobachtende Zunahme der Langlebigkeit schlägt sich wiederum in der ferneren Lebenserwartung ab einem Alter von 65 Jahren nieder. Sie beträgt bei Männern 17,8 Jahre und bei Frauen 21 Jahre, womit sich die verbleibende Lebenszeit 65-Jähriger in den letzten 40 Jahren für beide Geschlechter um etwa fünf Jahre erhöht hat (Quelle):

Fernere Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren in Deuschland. Periodensterbetafeln für Deutschland

Die Rentenbeiträge werden ansteigen müssen

Das heißt, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner versorgen müssen. Und die werden immer älter und beziehen immer länger Rente. Daher wird sich das staatliche Rentensystem diesen Entwicklungen auch in Zukunft weiter anpassen müssen.

Die gesetzliche Rente funktioniert nach dem sogenannten Umlageprinzip: Geld rein = Geld raus. Die Rentenbeiträge werden sofort an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Im Laufe der nächsten Jahre wird die Rente also zwangsläufig sinken bzw. die Rentenbeitragssätze werden steigen.

Wie real das jetzt schon ist, zeigt der Rentenversicherungsbericht 2020 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (Quelle). Die Bruttostandardrente (die Rente, die man bekommt, wenn man 45 Jahre lang genau das Durchschnittseinkommen verdient hat und damit 1 Rentenpunkt pro Jahr erhalten hat; mehr dazu in Teil 2) steigt zwar in den nächsten Jahren an (grüne Balken), gleicht aber gerade nur die Inflation (blaue Balken) aus.

Das bedeutet, dass der Betrag von 2031 Euro in 2034 den gleichen Wert hat wie die 1539 Euro heute in 2021. Und diesen Betrag bekommst du auch nur, wenn du 45 Jahre lang das Durchschnittseinkommen verdient hast. Wie realistisch das ist, kannst du dir selbst ausrechnen.

Darstellung der Entwicklung der Bruttostandardrente von 2008 bis 2034 (grün) nach Daten des Rentenversicherungsberichts 2020 (Quelle). In blau eingetragen ist die Entwicklung der Bruttostandardrenten mit einer angenommenen Inflation von 1,3% pro Jahr (1,3% betrug die durchschnittliche Inflation der letzten 10 Jahre [Quelle], Daten zur Berechnung des Werts für 2008 lagen nicht vor).

Hinzu kommt, dass die Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung in den nächsten Jahren deutlich ansteigen werden: von 18,6% in 2021 auf 22,4% in 2034 (rote Linie). Das ist jetzt schon klar. Das bedeutet für uns Beitragszahler noch weniger Netto vom Brutto.

Gleichzeitig wird das „Sicherungsniveau vor Steuern“ abfallen (blaue Balken). Gemeint ist damit das Verhältnis der Standardrente (Rente, die 45 Entgeltpunkten entspricht) zum Durchschnittsgehalt aller Beitragszahler. Übersetzt bedeutet das: Auch wenn die Löhne in Deutschland in Zukunft weiter steigen werden, wird die Höhe der gesetzlichen Rente fallen! Von 49,8% in 2021 auf 46,0% in 2034.

Darstellung der Entwicklung des „Sicherungsniveaus vor Steuern“ (blaue Balken) und der Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung (rote Linie) nach Daten des Rentenversicherungsberichts 2020 (Quelle). Obwohl der Beitragssatz steigen wird, wird das Rentenniveau deutlich sinken bis hin auf 46% in 2034.

Übrigens: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Rentenniveau und dem letzten Gehalt vor dem Renteneintritt! Auch hat das Rentenniveau nichts mit deinen individuellen Rentenansprüchen zu tun! Wie deine gesetzliche Rente wirklich berechnet wird und wie du abschätzen kannst, wie hoch sie einmal sein wird, erfährst du in Teil 2.

Welche Art von Altersvorsorge lohnt sich für dich?

Jeder heutige Beitragszahler erwirbt einen verfassungsrechtlich geschützten Rentenanspruch, doch die gesetzliche Rente wird in Zukunft nicht ausreichen. Heute ist die gesetzliche Rente die Quelle von beinahe zwei Dritteln des Einkommens der älteren Bevölkerung und sie wird sicher weiterhin eine wichtige Säule der Alterssicherung in Deutschland bleiben.

Aber eben nur eine der verschiedenen Säulen! Und mit einer Säule kann man kein Haus bauen. Daher solltest du dir gut und vor allem frühzeitig überlegen wie du im Alter leben willst und die eigene finanzielle Situation genau analysieren. Das ist eine große Chance, die wir so früh wie möglich ergreifen sollten! Am besten du startest heute damit, indem du diese ganze Reihe zur Rente liest!

Danach weißt du, wie groß deine Rentenlücke ist und was tun kannst, um sie zu schließen.

Der erste Schritt: Die eigene Situation analysieren aka deine Rentenlücke bestimmen

Die Begriff Rentenlücke ist nicht ganz eindeutig definiert. Versicherungsunternehmen wollen uns davon überzeugen, dass die Rentenlücke der Betrag ist, der zwischen letztem Nettogehalt und Nettorente fehlt. Nicht mit einbezogen in dieses Modell wird, dass man im Alter auch weniger Ausgaben hat. Es entfallen z.B. Arbeitskleidung, Fahrtkosten fürs Pendeln und Darlehen fürs Haus. Vielleicht wird auch nur noch ein Auto gebraucht. Wie viel Geld du wirklich im Alter brauchen wirst, ist pauschal schwer zu sagen.

Lass uns daher der Einfachheit halber davon ausgehen, dass die Rentenlücke der Betrag ist, der zwischen Rente und deinem aktuellen Gehalt fehlen wird. Denn dein letztes Gehalt vor der Rente kennen wir jetzt ja auch nicht.

Wichtig ist es also herauszufinden, wie viel gesetzliche Rente du schätzungsweise einmal erhalten wirst und ab wann. Das erfährst du in Teil 2 dieser Reihe. Inwiefern sich die staatlich geförderten Angebote zur Altersvorsorge (Riesterrente, betriebliche Altersvorsorge) für dich lohnen, erfährst du in den weiteren Teilen. Ein gerne übersehener Faktor sind nämlich die Steuern und Abgaben, die du auf deine Rente zahlen musst.

Bedenken solltest du außerdem die Inflation bis zum eigenen Renteneintritt. Hier kannst du berechnen, was ein heutiger Betrag in Zukunft noch wert sein wird.

Zweiter Schritt: Einen eigenen Fahrplan entwerfen

Dir wird relativ schnell klar werden, dass du dich beim Thema Rente nicht auf andere, d.h. den Staat oder Versicherungsunternehmen, verlassen kannst. Du musst selbst tätig werden und das am besten sofort.

Starte mit deiner Bestandsanalyse jetzt und entwickele einen auf deine individuellen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten zugeschnittenen Fahrplan. Das ist super leicht und geht schneller als gedacht!

Wichtig: Du brauchst dafür keine windigen Bankberater oder sonstige Ratgeber. Du kannst das alles selbst erledigen und hast die volle (Kosten-)Kontrolle. Dafür muss ich dir keine teuren Kurse verkaufen. Alle Informationen dazu bekommst du kostenlos. Starte mit meinem Leitfaden und befolge die 10 Schritte für mehr finanzielle Unabhängigkeit.

Altersvorsorge war nie so einfach wie heute!

Starte mit deiner Analyse mit dem ersten Teil der Reihe und erfahre mehr Details zur gesetzlichen Rente …

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Nur wenn du selbst aktiv wirst, kannst du finanziell unabhängig werden!


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