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Finanzielle Ziele definieren – 4 konkrete Beispiele, die dein Leben verändern werden

Für eilige Leser

✓ Beim Investieren gilt: Je früher, desto besser (Zinses-Zins-Effekt)
✓ Rentenlücke schließen leicht gemacht
✓ Wie du zum Rentenbeginn Millionär wirst

Jeder sollte sich bestimmte finanzielle Ziele für sein Leben setzen. Aber viele beginnen erst überhaupt zu investieren, wenn sie glauben es sich leisten zu können. Also wenn die Einnahmen die Ausgaben deutlich überschreiten.

Doch kannst du es dir eigentlich leisten, nicht zu investieren? 

Das wird erst so richtig deutlich, wenn man sich konkrete Beispiele anschaut und das Wunder des Zinses-Zins-Effekts kennenlernt. Denn finanziell unabhängiger zu werden ist kein unerreichbarer Traum, sondern für jeden erreichbar. Denn es geht nicht darum 1000 Euro im Monat zur Seite zu legen. Oder sich den ganzen Tag mit Aktien zu beschäftigen. Überhaupt nicht.

Ab 25 Euro im Monat bist du mit dabei.

Bist du bereit herauszufinden, was du damit erreichen kannst? 

Warum finanzielle Ziele so wichtig sind

Mit finanziellen Zielen ist es wie immer im Leben: Wenn du nicht weißt, wohin du eigentlich gehst, dann wirst du vermutlich auch nicht ankommen. Abstrakte Ziele wie „reich werden“ oder aber auch „finanziell unabhängig werden“ sind wenig hilfreich, da keine Zahl dahinter steht. Daher ist es wichtig diese Begriffe konkreter zu machen. Dann ist es auch leichter diese Ziele zu verfolgen.

Überhaupt Ziele zu definieren ist schon der Großteil der Aufgabe. Danach z.B. einen ETF-Sparplan aufzusetzen ist in wenigen Minuten erledigt. Der Rest passiert automatisch.

Wenn du per Dauerauftrag das Geld am Monatsanfang überweist, gibt es auch keine Ausrede mehr, dass du nicht genug Geld zum investieren hast. Denn was dir auf dem Girokonto gar nicht zur Verfügung stehst, das kannst du auch nicht ausgeben 😉

Heute erfährst du, welches Vermögen du mit den relativ kleinen Beträgen von 25-100 Euro im Monat erzielen kannst. Die betrachteten Ziele sind Beispiele dafür, was du erreichen kannst. Natürlich ist jedes andere Ziel, egal wie groß oder klein, genauso gut. Wie bei jeder Investition ist die Langfristigkeit der Anlage einer der wichtigsten Faktoren (mein Artikel zum Zinses-Zins-Effekt). 

Annahmen für die Beispiele 

Disclaimer: Die folgenden Berechnungen sind Beispiele mit Werten aus der Vergangenheit. Ob sich die Aktienmärkte in Zukunft genauso verhalten werden, kann niemand vorhersagen. Auch die Kosten und die Besteuerung können sich ändern. 

Annahmen (Stand 2021)
Vorhandene Investitionen 0 Euro
Depotgebühr 0 Euro
Transaktionsgebühren 0 Euro
Index S&P 500
Jährlicher Kurszuwachs 5,76% (Schnitt der letzten 20 Jahre)
ISIN IE00B5BMR087
Jährliche Kosten 0,07%
Renteneintrittsalter 67 Jahre
Steuersatz 26,375%
Jährlicher Steuerfreibetrag 801 Euro
Teilfreistellung 30%
Basiszins 0,07% (Stand 2020)

Die Tabelle listet die Annahmen für die Berechnung der Beispiele in diesem Artikel. Der jährliche Kurszuwachs ist der geometrische Mittelwert der letzten 20 Jahre (mehr dazu in diesem Artikel).

Für alle Beispiele soll kein investiertes oder sonst wie angelegtes Vermögen vorhanden sein, sodass das finanzielle Ziel rein mit monatlichen Sparzahlungen erreicht wird. Hast du bereits gewisse Summen investiert, verringert sich die Zeit bis zur Zielerreichung. 

Voraussetzung ist ein kostenloses Depot mit kostenlosem Sparplan, wie es bei z.B. Trade Republic möglich ist (mein Artikel zum Depotkostenvergleich). Zahlst du irgendwelche Gebühren, verringern sich die Gewinne. Das wäre allerdings sinnlos rausgeworfenes Geld!  

Der gesamte Betrag wird in einen Sparplan auf den angegebenen thesaurierenden S&P 500 ETF investiert. Dort werden lediglich minimale 0,07% jährliche Kosten fällig. Ausschüttungen werden reinvestiert, sodass es einen schönen Zinses-Zins-Effekt gibt.  Damit handelt es sich um ein Portfolio, das sich rein auf den US-amerikanischen Aktienmarkt fokussiert. Eine Investition in andere ETFs würde andere Renditen zur Folge haben (z.B. DAX 3,29% oder MSCI World 4,18%; Quelle).

Teilfreistellung und Basiszins beziehen sich auf die Investmentsteuerreform von 2018. Nur 70% der Gewinne aus Anlagen in Fonds mit einem Aktienanteil ≥ 51% müssen versteuert werden, die restlichen 30% bleiben steuerfrei. Das hat mit der z.B. in den USA anfallenden Quellensteuer von 30% zu tun. Damit soll eine Doppelbesteuerung vermieden werden. Der Basiszins trägt zur Berechnung der jährlichen steuerlichen Vorabpauschale bei. Mehr dazu in Kürze.  

Da es sich um einen irischen ETF handelt, werden nur 15% statt 30% Quellensteuer auf die Dividenden fällig. Das bringt einen Vorteil, der nicht berücksichtigt wird. Mehr dazu hier. 

Ich gehe davon aus, dass sich in den betrachteten Zeiträumen die Besteuerung nicht ändern wird. Fällig werden auf Gewinne 25% Kapitalertragssteuern plus Solidaritätsbeitrag, zusammen 26,375%. Die ggfs. anfallende Kirchensteuer von 8-9% je nach Bundesland wird nicht berücksichtigt (27,819 bzw 27,995% Gesamtbelastung). Der Steuerfreibetrag von 801 Euro/Jahr gilt für einen ledigen Menschen, bei Paaren ist der doppelte Betrag steuerfrei. 

Du zahlst auf Kapitaleinkünfte übrigens keine Sozialabgaben. Ein riesiger Vorteil gegenüber anderen Vorsorgeformen

Alle Berechnungen wurden mit den tollen Rechnern auf zinsen-berechnen.de durchgeführt. Ich empfehle diese Rechner für eigene Beispielrechnungen. 

Entnahmepläne ab Renteneintritt 

Drei der folgenden Beispiele gehen davon aus, dass du das investierte Geld mit 67 Jahren zur Aufstockung der Rente nutzen wirst. Es gibt zwei Möglichkeiten dafür. Die erste wird dir bekannt sein, die zweite vielleicht noch nicht: 

  • Rente mit begrenzter Dauer
  • Ewige Rente

Die Rente mit begrenzter Dauer erschließt sich leicht. Wenn du eine Kapitalsumme von 1200 Euro hast, dann kannst du ein Jahr lang jeden Monat 100 Euro abheben. Danach ist das Kapital verbraucht. 

Bei der ewigen Rente läuft es anders. Hast du eine Summe erspart, die dir jährlich 1200 Euro Dividende erbringt und hebst du auch hier jeden Monat 100 Euro ab, dann verbraucht sich dein Vermögensgrundstock nie, wenn die Verzinsung identisch bleibt. 

Entsprechend kannst du einen Entnahmeplan mit oder ohne Kapitalverzehr aufbauen. Da man nicht wissen kann, wie alt man wird, würde ich persönlich eine ewige Rente bevorzugen. Falls man dann z.B. ins Pflegeheim muss, hat man dennoch einen Kapitalstock aufgebaut. Oder man kann sein Vermögen vererben.

Da ich bisher leider noch keinen Rechner gefunden habe, mit dem man das mit allen nötigen Parametern berechnen kann, sind die Beispiele mit einer Einmalauszahlung berechnet. Damit werden die vollen Steuern auf die Gewinne im letzten Jahr fällig. Bei der ewigen Rente würden sie entsprechend des Entnahmeplans anfallen. Das ist für die Planung nicht ganz zufriedenstellend, aber zur Verdeutlichung was alles möglich ist, reicht es aus.

Übrigens: Eine Investition in Aktien ist relativ inflationssicher!

Keine Chancen ohne Risiken 

Ein weiterer wichtiger Faktor ist deine Risikobereitschaft. Bei den Beispielen bin ich von monatlichen Beträgen ausgegangen, die vermutlich jeder irgendwo in seinem monatlichen Budget findet kann. Wie du vielleicht genau den benötigten Betrag zum Investieren freimachen kannst, hast du möglicherweise auch schon in meiner Reihe „Wie viel Geld wirfst du jeden Monat zum Fenster raus?“ herausgefunden. 

Ein gewisses Auf und Ab an der Börse musst du aber verkraften können (mehr dazu in diesem Artikel). Es gibt keine Garantie auf Erfolg. Alternativen gibt es aber auch keine. Ich persönlich fahre mit ETFs seit Jahren sehr gut und erfolgreich.

Am besten wäre es, wenn du deinen Investitionen gar keine Beachtung mehr schenkst, nachdem du den ETF-Sparplan eingerichtet hast. Die Zeit und der Zinses-Zins-Effekt brauchen dein Zutun nicht 😉

Übrigens: In der durchschnittlichen Rendite von 5,76% sind die Dotcom-Blase der Jahrtausendwende, die Finanzkrise 2008 und die Auswirkungen der Corona-Pandemie in 2020 schon mit eingerechnet. Langfristigese Investieren hat sich bisher immer ausgezahlt (mein Artikel dazu). 

Jetzt geht es aber endlich los mit den konkreten Beispielen. 


Beispiel 1: Die Rentenlücke schließen im Alter von 30, 40 oder 50 Jahren 

Wenn du gerade diesen Artikel liest, dann ist dir das Thema Vermögensbildung wichtig. Wahrscheinlich bist du daher nicht 18 oder 20 Jahre alt, sondern eher schon voll im Berufsleben angekommen.  

Du fragst dich nach einer Gehaltserhöhung vielleicht, wie du das zusätzliche Geld nun gewinnbringend anlegen kannst. Oder du hast dich schon lange um das Thema Altersvorsorge herumgedrückt und weißt nun mit 40 oder 50, dass du unbedingt die Rentenlücke schließen musst.

Schauen wir uns konkrete Zahlen an. Angenommen werden 100 Euro pro Monat bis zum Renteneintritt mit 67 in entsprechend 17, 27 oder 37 Jahren: 

Aktuelles Alter (Jahre) 30 40 50
Laufzeit (Jahre) 37 27 17
Sparbetrag pro Monat (Euro) 100 100 100
Endwert nach Steuern (Euro) 125.602,22 66.591,29 31.436,43
Gewinn nach Steuern (Euro) 81.202,22 34.191,29 11.036,43
Einzahlungen gesamt (Euro) 44.400,00 32.400,00 20.400,00
Gebühren gesamt (Euro) 1.271,65 533,54 169,99
Steuern gesamt (Euro) 17.945,92 7.408,05 2.217,07

Je kürzer die Laufzeit, desto geringer ist der Endwert im Alter von 67 Jahren. Bei einer 17jährigen Laufzeit hast du bezogen auf das Endvermögen selbst mehr eingezahlt, als die Investition Gewinn gebracht hat. Trotzdem hast du 11.000 Euro Gewinn nach Steuern erzielt. Bravo! 

Nur 10 Jahre mehr Laufzeit führen dazu, dass die Gewinne nach Steuern deine eingezahlten Beträge übertreffen (34.191,29 vs. 32.400 Euro) 

Und eine 37jährige Laufzeit führt zu exponentiellem Wachstum der Gewinne. Wie du in der Abbildung unten gut erkennen kannst, entwickeln sich die kumulierten Gewinne prächtig (grüne Balken). Du hast am Ende doppelt so viel Gewinn nach Steuern wie eingezahlte Beträge (81.202,22 vs. 44.400 Euro). Fantastisch! Über 125.000 Euro werden dir zur Verfügung stehen. Und das alles ohne große Mühen und mit gerade einmal 100 Euro pro Monat.  

Investition von 100 Euro pro Monat ab dem Alter von 30, 40 oder 50 Jahren mit entsprechender Laufzeit bis zum Eintreten der Regelaltersrentengrenze von 67 Jahre (37, 27 bzw. 17 Jahre).

Ausschlaggebend für diese tolle Entwicklung ist der Zinses-Zins-Effekt. Schau dir noch mal die Entwicklung der grünen Balken über die Zeit an: Je länger investiert wird, desto stärker steigen sie an und umso höher ist der Endwert.  


Beispiel 2: Für ein Geldgeschenk zum 18. Geburtstag des Kindes investieren 

Für (werdende) Eltern könnte dieses Beispiel sehr relevant sein: Gehen wir einmal davon aus, dass dem Kind zum 18. Geburtstag ein Geldgeschenk gemacht werden soll, z.B. für den Führerschein oder fürs Studium. Die Eltern zahlen ab der Geburt für 18 Jahre 25, 50 oder 100 Euro im Monat ein, z.B. vom Kindergeld. 

Wie werden sich die Beiträge nach 18 Jahren entwickelt haben? 

Euro
Monatliche Sparrate 25 50 100
Endwert nach Steuern 8.776,87 17.342,48 34.473,70
Gewinn nach Steuern 3.376,87 6.542,48 12.873,70
Einzahlungen gesamt 5.400,00 10.800,00 21.600,00
Gebühren gesamt 48,94 97,89 195,77
Steuern gesamt 498,92 1.209,10 2.629,46

Wie du siehst, kommen für alle drei monatlichen Investitionen schöne Summen zusammen, über die sich jeder 18jährige freuen wird. Selbst bei einem Einsatz von lediglich 25 Euro im Monat sind über 3300 Euro Gewinn nach Steuern und ein Endwert von knappen 8.800 Euro entstanden. 

Bei einem Einsatz von 100 Euro im Monat beträgt der Endwert sogar 34.473,70 Euro. Davon lässt sich ein guter Teil eines Studium finanzieren. 

Nicht schlecht, oder? 


Beispiel 3: Schon vor der Geburt des Kindes an dessen Rente denken 

Was wäre aber, wenn die Eltern schon vor der Geburt die Rente des Kindes im Hinterkopf hätten? Kommen wir zu einem Beispiel, das ich äußerst spannend und relevant finde.

Die Eltern zahlen wie zuvor für ihr Kind ab der Geburt 25, 50 oder 100 Euro ein. Der Betrag wird aber nicht zum 18. Geburtstag ausgezahlt, sondern vom Kind zu einem beliebigen Zeitpunkt an unverändert bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren fortgeführt. 

Euro
Monatliche Sparrate 25 50 100
Endwert nach Steuern 180.072,67 359.934,08 719.656,89
Gewinn nach Steuern 159.972,67 319.734,08 639.256,89
Einzahlungen gesamt 20.100,00 402.000,00 804.000,00
Gebühren gesamt 2.469,72 4.939,43 9.878,87
Steuern gesamt 35.604,45 71.420,17 143.051,60

Wow, nicht schlecht. Aus gerade einmal 25 Euro im Monat sind nach 67 Jahren 180.000 Euro geworden. Davon sind 160.000 Euro Gewinn nach Steuern und nur 20.100 Euro sind eigen erbrachte Leistung! 

Aus 100 Euro im Monat sind gar 720.000 Euro geworden. Das macht unabhängig von der gesetzlichen Rente und von vielen Sorgen über das Leben im Alter. 

Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung eines heute geborenen Säuglings von 79 (Jungen) bzw. 83 (Mädchen) Jahre (bezogen auf 2018/2020, Stand Juli 2021; Quelle: Statistisches Bundesamt) sind das ab Rentenbeginn im Alter von 67 Jahren knappe 60.000 Euro pro Jahr (netto, nach Steuern!) für einen Mann und knappe 50.000 Euro für eine Frau. Selbst wenn der hypothetische Säugling deutlich länger lebt, sind das ordentliche Summen. 

Da sich die Werte hier schon nahe der magischen 1.000.000 Euro bewegen, stellt sich doch die Frage: Wie viel Geld müsste monatlich investiert werden, um zum Rentenbeginn Millionär zu sein? 


Beispiel 4: Zum Renteneintritt Millionär sein  

Klingt total fern der Realität? Nicht, unter den gegebenen Annahmen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Eltern zur Geburt mit der Einzahlung starten und das Kind dann später die gleichen Raten übernimmt.  

Frage: Wie hoch muss dieser monatliche Betrag sein? 

Mit nur 138,97 Euro pro Monat ist der Betrag erstaunlich niedrig. Nach 67 Jahren hat der ehemalige Säugling zum Renteneintritt genau 1.000.000 Euro auf dem Konto. Wow! 

Schau dir nur einmal in der Abbildung das wahnsinnige Wachstum der Gewinne nach Steuern an. Der Zinses-Zins-Effekt ist wirklich ein Wunder, das seinesgleichen sucht.  

Investition von 138,97 Euro pro Monat ab dem Alter von 0 bis 67 Jahren in den S&P 500 ETF.

Was sind deine finanziellen Ziele?

Die Entscheidung, ob und wie viel und worin du investieren willst, fällt deutlich leichter, wenn du ein konkretes finanzielles Ziel vor Augen hast.  

Ich hoffe meine 4 konkreten und praxisnahen Beispiele haben dir geholfen deine ganz persönlichen und individuellen finanziellen Ziele zu definieren. Nutze den Fonds-Rechner auf zinsen-berechnen.de, um die Monatsraten für dein Ziel zu bestimmen. Und starte noch heute, z.B. mit dem kostenlosen Depot von Trade Republic.

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