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Wohin mit meinem Geld? – Eine Einführung in ETFs

Für eilige Leser

✓ ETFs sind optimal, um echtes passives Einkommen zu erzeugen
✓ Mit ETFs Chancen erhöhen und Risiken minimieren
✓ Du kannst alles einfach und schnell selbst erledigen

Kürzlich erzählte mir eine Freundin, dass sie gerade zu einer größeren Summe Geld gekommen war, da ein langfristiger Sparvertrag bei ihrer Bank ausgelaufen war. Sie fragte sich, wie sie diesen Betrag nun sinnvoll investieren kann. Denn das Geld sollte nicht auf einem quasi zinslosen Konto versauern. 

Ich erzählte ihr daraufhin von ETFs und war doch ziemlich erstaunt, dass sie noch nie von dieser Anlageform gehört hatte. 

Du auch noch nicht? Oder du möchtest mehr über ETFs erfahren? 

Dann bist du hier genau richtig.  

Lies weiter für eine Einführung in ETFs und viele praktische Tipps und Tricks! 

Was ist ein ETF? 

ETF steht für Exchange Traded Fund, was auf Deutsch börsengehandelter Fond bedeutet. Damit ist offensichtlich, dass ETFs jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden. 

Ok, aber was unterscheidet einen ETF dann von normalen Aktien oder Investmentfonds? die kann ich ja auch jederzeit kaufen oder verkaufen. Und das stimmt natürlich.

Die eigentliche Besonderheit von ETFs ist, dass sie einen Index nachbilden.  

Der in Deutschland bekannteste Index ist der DAX, der Deutsche Aktien Index. Darin sind die 30 größten Unternehmen Deutschlands enthalten (ab September 2021: 40 Unternehmen; Quelle). Er gilt als Leitindex Deutschlands bzw. als Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft.

Wenn du in einen ETF investierst, der den DAX nachbildet, dann investierst du gleichzeitig und sofort in alle der enthaltenen 30 Unternehmen. Du musst also nicht 30 einzelne Aktien erwerben, sondern kaufst ganz bequem und kostengünstig Anteile eines DAX-ETFs. 

Die einzelnen Aktien kannst du dir vielleicht (noch) nicht leisten. Einen Anteil an einem DAX-ETF aber auf jeden Fall! Bei den meisten Banken bist du z.B. ab 25 Euro im Monat mit dabei.

Dein Anteil spiegelt dann die Wertentwicklung des DAX wieder. Und das kannst du an der Börse sogar minutengenau mitverfolgen.  Steigen einzelne Aktien des DAX an Wert, dann steigt im Mittel auch der Gesamtwert des DAX-ETF parallel zum Index. Fällt der Wert einzelner Unternehmen, dann sinkt der Wert des DAX-ETFs entsprechend.  

Je mehr Aktien in einem ETF enthalten sind, desto besser

Generell gilt: Je mehr Aktien ein Index enthält und je breiter investiert wird, desto geringer ist das Gesamtrisiko (Risikostreuung, Diversifizierung). Das funktioniert besonders gut, wenn die enthaltenen Unternehmen in verschiedenen Bereichen agieren und ein Abschwung oder Lieferprobleme nur einzelne Unternehmen, aber nicht alle gleichzeitig betreffen. 

Auch die Gewinne gleichen sich dem Mittelwert immer mehr an, je mehr Unternehmen in einem Index gelistet sind. Dadurch wird die Rendite stabilisiert. 

Muss ich Aktien verstehen, bevor ich in einen ETF investiere? 

Der Vorteil von ETFs ist, dass sie gegenüber anderen Anlageformen leicht zu verstehen sind und sich die Investition auch leicht umsetzen lässt. Ein Grundverständnis dafür, wie Aktien funktionieren, ist aber natürlich hilfreich. Denn du solltest nur in das investieren, was du auch verstehst.

Wie funktioniert das also mit den Aktien?

Mit dem Kauf einer Aktie erwirbst du einen Anteil an einem Unternehmen, d.h. du bist dann Mitbesitzer des Unternehmens. Cool, oder? Je nach Anlagebetrag ist es zwar vielleicht nur ein Bruchteil. Aber der gehört eindeutig dir. Mit dem Besitz einer Aktie wirst du am Unternehmenserfolg direkt mitbeteiligt: Laufen die Geschäfte gut, dann steigen deine Aktien im Wert und du bekommst eine Dividende, d.h. Gewinn, ausgeschüttet.

Läuft das Geschäftsjahr allerdings nicht so gut, gibt es weniger oder gar keine Dividende. Und auch der Aktienkurs kann stagnieren oder fallen. Du bist ebenso voll am Risiko mitbeteiligt.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Wie wählt man Aktien so aus, dass man möglichst nur Gewinne und keine Verluste macht? Welche Unternehmen sind erfolgsversprechend? Große und solide wie Siemens, Allianz oder SAP? Oder eher kleinere und potenziell wachstumsstärkere Unternehmen? Wo läuft es gut? Wo sind neue Produkte in der Pipeline? Ist das Unternehmen gerade über- oder unterbewertet? Gab es da nicht kürzlich diesen heißen Tipp in der Finanzzeitschrift? 

Nur am Rande: Wenn es die Spatzen von den Dächern pfeifen, dann ist es garantiert kein heißer Tipp mehr. 

Alle anderen Fragen sind für den Privatinvestor nahezu unmöglich zu beantworten. Nur weil ein Geschäftsmodell logisch erscheint, heißt das noch lange nicht, dass es auch rentabel ist. Nur weil ein Unternehmen groß ist, heißt es nicht, dass es auch schwarze Zahlen schreibt.

Mit der Auswahl einzelner Aktien kann man Glück haben oder auch Pech. Und um zu spekulieren und zu zocken ist mir persönlich mein hart verdientes Geld zu schade.

Daher wird allgemein dazu geraten, dass man sein Vermögen streuen und diversifizieren soll.

Sind Investmentfonds eine Alternative zu Einzelaktien? 

Sind klassische Investmentfonds eine Alternative? Da sucht doch ein professioneller Fondsmanager die Aktien für mich aus. Der wird schon wissen, was er tut. 

Leider nein.   

Warum nicht, fragst du? 

Dazu muss man sich einmal vor Augen halten, was das Ziel eines Investmentfonds ist. Das Ziel ist besser zu sein als der Markt. Oder anders ausgedrückt: den Markt zu schlagen.

Was ist mit Markt gemeint? Zum Beispiel die Gesamtheit der Aktien, die im DAX vertreten sind. Alle diese Aktien zusammen genommen repräsentieren auf eine gewisse Weise die deutsche Wirtschaft, den deutschen Markt. Das gleiche gilt natürlich ebenso für andere Länder oder einzelne Branchen.

Ein Fondsmanager eines aktiv gemanagten Investmentfonds verspricht nun, dass er es schafft mit dem von ihm handverlesenen Aktienpaket den Markt zu schlagen.

Das mag im einen oder anderen Jahr auch gelingen. Aber auf Dauer ist es unmöglich. Denn die Chance, dass eine Aktie steigt oder fällt liegt naturgemäß bei 50:50. Und wie stark eine einzelne Aktie steigt oder fällt, ist nicht vorhersehbar.

Es gibt leider keine Methode, um den Erfolg von Unternehmen und der Weltwirtschaft vorherzusagen. Wenn das so wäre, wäre Investieren risikolos. Und ohne Risiko gibt es keine Gewinnchancen.

Wenn du dich für die genaue Herleitung und jede Menge wissenschaftlicher Daten dazu interessierst, dann empfehle ich dazu das Buch „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen“ von Gerd Kommer. Das ist etwas harte Kost für den Einsteiger, aber eine überzeugende Darlegung, warum das sogenannte „stock picking“ (die Auswahl einzelner Aktien) nicht funktionieren kann. Weder wenn du es machst, noch wenn es ein „Profi“ macht.  

Wenn du in einen aktiv gemanagten Investmentfonds investierst, dann bezahlst du jemanden für etwas, das er gar nicht leisten kann.

Besser ist es daher in einen ETF zu investieren und den gesamten Markt abzudecken.

Warum sind ETFs so kostengünstig? 

Statt zu versuchen den Markt zu schlagen, kannst du nämlich einfach in den gesamten Markt investieren. Damit erhältst du Zugang zu einer breiten Palette von Unternehmen und das zu günstigen Kosten.

Ein ETF bildet konsequent den zugrundeliegenden Index ab und muss nur angepasst werden, wenn sich der Index ändert. Der finanzielle Vorteil ist enorm: Kostet ein günstiger ETF z.B. 0,07% pro Jahr, sind es bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds 2-3%. 

Klingt nicht unbedingt nach so viel Geld denkst du? Dann überlege einmal, dass du diese Gebühren mit den Gewinnen erst wieder reinholen musst. Und die Gewinne noch über der Inflationsrate liegen müssen, damit du keine Kaufkraft verlierst (Artikel zur Inflation under construction). Dein Investmentfond müsste also mindestens 3-4% Rendite bringen, damit du kein Geld verlierst

Vergleichen lohnt sich auch bei den ETFs, denn verschiedene Anbieter können unterschiedlich hohe laufende Kosten (früher TER, total expense rate) verlangen. Wenn du dich für einen Index entschieden hast, dann prüfe welches ETF-Angebot bei verschiedenen Anbietern zur Verfügung steht. Bei gleichen Eigenschaften ist der günstigere ETF der bessere, da er auf Dauer Geld spart. 

Warum empfiehlt mein Bankberater keine ETFs? 

Dein Bankberater bekommt für die Vermittlung von ETFs in der Regel keine Provision. Die Kosten von ETFs sind so niedrig, dass sich davon keine Verkäufer oder umfangreiches Marketing bezahlen lassen. 

Auch wenn ein ETF die optimale Anlageform für dich ist, wird ein Bank“berater“ in der Regel versuchen dir ein Produkt der eigenen Bank zu verkaufen. Nur dann erfüllt er seine Verkaufsziele. 

Entweder du lässt dich von einem unabhängigen Honorarberater informieren oder du nimmst deine Vermögensbildung selbst in die Hand. Zum Glück ist das mit ETFs und ein wenig Recherche (oder den Informationen in diesem Blog) recht einfach und vor allem kostengünstig umzusetzen! 

Chancen und Risiken von ETFs 

Chancen und Vorteile bei der Investition in ETFs 

  • Der ETF bildet den Index in der Regel 1:1 nach und du profitierst von Kursentwicklung und Dividenden.
  • Die i.d.R. hohe Risikodiversifikation (breite Streuung) ermöglicht eine stabile Rendite.
  • ETFs können täglich an der Börse gehandelt und der Kurs kann minütlich mitverfolgt werden.
  • Geringe, laufende Kosten.
  • Im Sparplan teilweise ohne Handelsgebühren möglich.
  • Im Sparplan können auch Bruchstücke erworben werden. Dadurch sind auch kleine Sparraten ab 25 Euro möglich.

Risiken bei der Investition in ETFs 

  • Wie bei allen Aktienanlagen können (und werden) ETFs insbesondere kurzfristig im Wert schwanken. 
  • Verluste sind nicht auszuschließen.

Was sagt eigentlich Stiftung Warentest über ETFs? 

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Quellen: Website der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin, BaFin




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