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Depot- und Handelskosten: Günstiger ist besser!

Du hast dich entschieden in ETF (Exchange Traded Funds) zu investieren und würdest am liebsten gleich loslegen? Super!

Doch bleibe rational und bedenke erst, bei welchem Anbieter du ein Depot eröffnen willst, falls du noch keins hast. Und wenn du schon eins hast, solltest du jetzt besonders gut hinschauen und eventuell wechseln.

Ein paar Aspekte werden dich sicher überraschen! 

Studieren geht über Probieren! 

Hohe Depot- und Handelskosten können die Rendite ordentlich drücken. Doch das muss heutzutage nicht mehr sein. Wenn man sich die Depots der verschiedenen Anbieter ansieht, dann sieht man schnell, welches für die eigene ETF-Einmalinvestition und/oder ETF-Sparplan geeignet ist. 

Ich prüfe ab und zu die Konditionen der verschiedenen Banken und Broker und stelle immer wieder fest, dass man genau hinschauen muss, um zu verstehen worauf man sich einlässt und welche Kosten auf einen zukommen. 

Was vor kurzem noch günstig schien, kann nun schon viel zu teuer sein. Mit dem Aufkommen der sogenannten Neobroker verändert sich die Preisstruktur gerade sehr stark. Prüfe daher unbedingt, ob die unten genannten Konditionen noch aktuell sind, bevor du ein Depot eröffnest! 

ETF-Investoren haben andere Ansprüche 

Ich betrachte im Folgenden nur Depots, bei denen neben der ETF-Einmalinvestition auch Sparpläne möglich sind. Eigentlich könnten wir Einmalinvestitionen vernachlässigen, denn weiter unten verrate ich dir einen Profi-Tipp, mit dem du 0 Euro für jede ETF-Einmalanlage zahlst. Also lies auf jeden Fall bis zum Ende. 

Verschaffen wir uns aber erst einmal einen Überblick über die Konditionen und Preisstrukturen bei den verschiedenen Banken und Brokern: 

Depotkostenvergleich verschiedener Banken. Stand Juli 2021
Alphabetische Reihenfolge. Eigene Recherche Stand Mai 2021. Quellen: Websites der jeweiligen Anbieter. Keine Gewähr. Bitte melden, wenn ein Anbieter fehlen sollte, dann nehme ich ihn auf. 

Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass es viele Banken uns Kunden ganz schön schwer machen die Informationen zu finden, die wirklich relevant sind. Teilweise musste ich sehr lange suchen und Kleingedrucktes wälzen. In manchen Fällen habe ich leider gar keine Informationen zu dem entsprechenden Punkt gefunden. 

Aber auch wenn man alles irgendwann findet, bleibt es oft komplex. Die Gebühren haben diverse Bedingungen, kostenlos sind nur bestimmte ETF oder bei der Einmalinvestition fallen prozentuale Gebühren an. Wie lange genau bleibt das Depot kostenlos? Das ist manchmal sehr unübersichtlich und ganz und gar nicht kundenfreundlich. Positiv fallen da die Neobroker auf, die deutlich transparenter kommunizieren.  

Welches Angebot passt zu deinen Anlagen? 

Bei der Anzahl sparplanfähiger ETF gibt es bei allen Anbietern rein zahlenmäßig eine gute Auswahl. Nur bei Onvista bin ich nicht fündig geworden wie groß das Angebot ist. Ob bei einem Anbieter die ETF mit dabei sind, in die du gerne investieren möchtest, kannst du vor der Depoteröffnung in der Regel prüfen. Schau dir dabei auch gleich an, ob die Informationen übersichtlich dargestellt sind. Da gibt es große Unterschiede. 

Relevanter dürfte sein, wie hoch die Mindestsumme für einen ETF-Sparplan ist. Hier gibt es Einschränkungen. Wer jedoch mindestens 50 Euro übrig hat, kann sich den Anbieter frei auswählen. 

Jeder Euro Gebühren verringert deinen Gewinnen 

Nun kommen die relevanten Zeilen in der Tabelle. Die Kosten für die Sparplanausführung. Du hast dir einen ETF mit einer besonders günstigen TER (Total Expense Rate) ausgesucht? Super! Nun aber solltest du das gesparte Geld nicht für Handelskosten wieder rauswerfen.  

Gerade über die Jahre gesehen können da nämlich ganz schöne Summen zusammen kommen. Schau dir einmal die nächsten Tabellen an, um eine Vorstellung von den Kosten zu bekommen. Prozentual berechnete Gebühren schlagen besonders zu Buche. Eine Einmalinvestition von 5000 Euro kann dich zwischen 0 und 69,90 Euro kosten. 

Ein Sparplan mit einer monatlichen Investition von 500 Euro kann dich pro Jahr 0-90 Euro kosten.  

Bei geplanten Einmalinvestitionen solltest du vorher gut vergleichen 

Schauen wir uns Zuerst die Kosten für eine Einmalinvestition genauer an. Da die Gebühren hierfür oft prozentuale Anteile enthalten, habe ich mehrere Investitionsbeträge abgebildet.  Von der Kleininvestition über 100 Euro bis zur Großinvestition von 50.000 Euro. Bei klassischen Banken wie comdirect, consors und ING steigt die Gebühr mit der Summe.  

Zum Glück ist die Gebühr gedeckelt, wenn auch teilweise erst bei 69,90 Euro.  

Besser sieht es schon bei der DKB aus, wo es immerhin nur zwei Fixpreise gibt: 10 Euro bis 10.000 Euro und 25 Euro für jeden Betrag darüber. Nachteil: Für kleinere Summen wird es unverhältnismäßig teuer! 

Ein anderes Modell sieht einen Fixpreis vor, egal wie hoch die Anlagesumme ist (Flatex, Onvista, Smartbroker, Trade Republic). Hier kommt es stark auf die Höhe des Fixpreises an, um entscheiden zu können, ob sich auch kleinere Anlagesummen lohnen.  

Lies unbedingt weiter, wenn du wissen willst, wie du eine Einmalinvestition absolut kostenfrei durchführen kannst! 

Mit Sparplänen die Kosten weiter drücken 

Bei den Sparplänen sieht es zum Glück schon besser aus. Die Gebühren sind niedriger. Nur comdirect und consors bitten dich ordentlich zur Kasse. 1,5 % der Anlagesumme werden fällig.  

Deutlich besser ist es bei der DKB mit einem Fixpreis von 1,5 Euro je Sparplan, dafür ist der Sparplan erst ab 50 Euro möglich. Ähnliches gilt bei Onvista: Sparplan erst ab 50 Euro und begrenzt bis 500 Euro. Dafür wird nur 1 Euro fällig. 

Alle anderen Anbieter dagegen glänzen mit 0 Euro Gebühren für ETF-Sparpläne. Doch manchmal liegt der Teufel im Detail. Es sind nicht immer alle Sparpläne kostenlos. Es können besondere Bedingungen gelten. 

Niemals solltest du auf Aktions-ETF hereinfallen. Diese werden meist auffällig beworben, doch der Aktionszeitraum betrifft oft nur wenige Monate. Danach kehren die meist hohen Gebühren zurück. Da ein Engagement in ETF eine Langzeitinvestition ist, lohnt sich jeder 0,1-Prozentpunkt, den du sparst. Investiere lieber gleich in einen günstigen ETF.  

Profi-Tipp 1: Du solltest dich auf jeden Fall für ein Depot mit 0 Euro Gebühr für ETF-Sparpläne entscheiden. Warum mehr zahlen? Und jetzt kommt der Clou: Auch ein nur einmal ausgeführter Sparplan ist ein Sparplan. Das kannst du für kostenlose einmalige Investitionen nutzen. Lege einen Sparplan über den gewünschten Betrag an und lösche ihn nach der Ausführung direkt wieder. Vergleiche einmal die Kosten für eine einmalige Investition von 50.000 Euro gegenüber einem einmaligen Sparplan! 

Übrigens: Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Einmalinvestition und Sparplan, den du kennen solltest. Bei der Einmalinvestition kannst du nur ganze Anteile erwerben, während beim Sparplan auch in Bruchstücke investiert wird.  

Bsp.: Du möchtest 2000 Euro investieren. Der ETF kostet gerade 950 Euro. Bei einer Einmalinvestition werden 2 Anteile erworben. Die restlichen 100 Euro verbleiben „ungenutzt“ auf deinem Konto. Bei einem Sparplan hingegen werden 2,105 Anteile erworben. 

Depotübertrag leicht gemacht 

Falls du dir die Tabellen angesehen hast und dich gerade tierisch ärgerst, dass du die ganzen Jahre viel zu viele Gebühren bezahlt hast: Keine Panik! Ab jetzt kann alles besser werden. Die Eröffnung eines weiteren Depots bei einem günstigeren Anbieter ist einfach und schnell. Und vor allem: Du kannst alle deine bisherigen ETF, Aktien, Anleihen etc. kostenlos mitnehmen.  

Gib bei deinem neuen Anbieter an, dass du dein altes Depot übertragen willst. Das ist gesetzlich garantiert und innerhalb Deutschlands immer kostenlos. Und manchmal bekommst du sogar einen Bonus für die Übertragung von einem anderen Anbieter.  

Falls dein Depot aber kostenlos ist, musst du es nicht unbedingt übertragen. Du kannst auch einfach ein weiteres eröffnen und dann dort investieren. Die TER für die ETFs ist überall gleich. 

Eigene Erfahrungen 

Ich habe Erfahrung mit den Depots bei der comdirect, der DKB und bei Trade Republic. Im Laufe der Jahre haben sich die Handelskosten geändert und ich habe immer ein neues Depot eröffnet, wenn ich ein besseres Angebot gefunden habe. Einen Depotübertrag habe ich bisher nicht durchgeführt, weil ich bisher keine finanziellen Nachteile habe, wenn ich das alte Depot bestehen lasse. 

Aktuell bin ich Fan von Trade Republic, hauptsächlich aufgrund der tollen Preise. Sie sind transparent und so weiß ich immer, dass mich eine Order 1 Euro kostet und ein Sparplan 0 Euro. Das Anlegen von Sparplänen ist leicht, der Nachteil ist, dass ich das Geld für die Investition erst überweisen muss (Ankündigung von Trade Republic im Juni 2021: Das wird bald geändert und Geld kann dann in Echtzeit eingezahlt werden. Praktisch!).

Profi-Tipp 2: Ich finde, dass comdirect die Informationen über ETF besonders übersichtlich darstellt und nutze immer deren Seite, wenn ich mich über bestimmte ETF informieren will. Das ist kostenlos und ohne Depot möglich.  

Investieren war nie leichter als heute

Prüfe deine Depot- und Handelskosten und wechsele zu einem günstigeren Anbieter!




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