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Dein erster ETF: So machst du alles richtig!

Für eilige Leser

✓ Wie entscheidest du dich für den richtigen ETF?
✓ Alle ETF-Eigenschaften erklärt am günstigsten S&P 500 ETF

Dich haben die Vorteile von ETFs im Vergleich zu einzelnen Aktien und aktiv gemanagten Investmentfonds überzeugt? Du kennst deine finanziellen Ziele und weißt wie viel du investieren willst? Außerdem weißt du, welche Indizes für dich interessant sind? Und du hast ein kostengünstiges Depot? Dann bist du auf dem richtigen Weg! 

Ein paar Dinge sind jetzt noch wichtig!

Denn Investieren ist ein Marathon und kein Sprint.  Und du möchtest doch sicher die richtigen Entscheidungen treffen.

Am Ende des Artikels ↓ demonstriere ich alles einmal am Beispiel eines ETF auf den S&P 500, in den ich persönlich auch investiere.

Lass dich nicht von der großen ETF-Auswahl verwirren 

Welcher ETF soll es denn nun sein? Wenn du dich einmal bei deiner Bank umschaust, siehst du eine unglaublich große Menge verschiedener ETFs, in die du investieren könntest.

Beim Stöbern kann es leicht passieren, dass man sich vom usprünglichen ETF-Gedanken wieder verabschiedet. Daher wappne dich!

Du findest bei deinem Anbieter eine Unmenge an hochspezialisierten ETFs, z.B. auf IT-Unternehmen oder BioTech. Wenn du solch einen ETF kaufst, dann machst du stock picking, nur auf einer übergeordneten Ebene. Wenn du in Verführung geraten solltest, dann lies unbedingt noch einmal: Wohin mit meinem Geld? – Eine Einführung in ETFs.

Nur ein Index mit einem breiten Portfolio reduziert das Risiko.

Lies dazu unbedingt wie Indizes aufgebaut sind. Dann weißt du auch was die vielen Abkürzungen in den Namen der ETFs bedeuten. Denn diese alleine können schon eine ganz schöne Herausforderung sein. 


Was weißt du über deinen Wunsch-ETF?

Bevor es nun aber wirklich losgehen kann, solltest du dich mit den folgenden Aspekten beschäftigen.

Denn ETF ist nicht gleich ETF!

  • Was steckt im Namen des ETFs? (Artikel zu Abkürzungen
  • Bildet er den für dich passenden Index ab? (Artikel zu Indizes
  • Repliziert der ETF den Index physisch oder synthetisch? (siehe unten ↓
  • Wie hoch sind die laufenden Kosten pro Jahr? Gibt es einen günstigeren ETF für den gleichen Index bei einem anderen Anbieter? 
  • Willst du einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden ETF? (siehe unten ↓
  • Wo liegt das Fondsdomizil? (siehe unten ↓
  • Wie hoch ist das Handelsvolumen pro Tag? ETFs die wenig gehandelt werden, lassen sich möglicherweise nicht so leicht wieder verkaufen. 
  • Wie hoch ist das Gesamtvolumen des ETFs? Je größer er ist und je länger er schon besteht, desto eher wird er auch noch in Zukunft verfügbar sein. 

Physische vs. synthetische Replikation 

ETFs versuchen in der Regel den Index, den sie nachbilden, so genau wie möglich zu imitieren. Das ist transparent und nachvollziehbar. Man bekommt, was man erwartet. 

In der Realität gibt es aber neben dieser sogenannten physischen Replikation noch weitere Möglichkeiten einen ETF zu bilden. Diese Verfahren nutzen synthetische Replikation.  

Synthetisch replizierende ETFs sind komplex und risikoreicher als physisch replizierende ETFs. Sie können Bestandteile enthalten, die nicht annähernd dem Referenzindex entsprechen. Sie sind weniger transparent und die Geschäfte, die im Hintergrund laufen sind kaum nachvollziehbar. Lass dich hier nicht von den oft geringeren Kosten locken. 

Außerdem gibt es noch ETFs, die „Optimierungs“-Strategien anwenden, z.B. indem sie die Indexbestandteile anders als im Index gewichten oder gar hebeln. Das geht wieder in Richtung stock picking. Es ist ein Versuch den Markt zu schlagen, was dem ursprünglichen ETF-Gedanken widerspricht. Meiner Meinung nach solltest du davon die Finger lassen. 


Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs 

Wenn du Aktien besitzt, wirst du an den Gewinnen mit einer Dividendenausschüttung beteiligt. Das gleiche gilt für ETFs.  

Du kannst dich bereits beim Kauf des ETFs entscheiden, ob du die Dividenden ausgezahlt haben möchtest oder ob sie direkt reinvestiert werden sollen. In der Regel gibt es für einen Index beide Formen zu kaufen. Thesaurierende, d.h. reinvestierende ETFs tragen oft „acc“ für accumulating im Namen, während ausschüttende ETFs am „dist“ für distributing zu erkennen sind. 

Thesaurierende ETFs übernehmen praktischerweise die ganze Arbeit für dich. Die Dividenden werden einbehalten und automatisch reinvestiert. Du erhältst dafür mehr Anteile am ETF.  

Damit profitierst du automatisch vom Zinses-Zins-Effekt. Denn je mehr Anteile du hältst, umso mehr Dividende bekommst du. Sie sind daher optimal für die Ansparphase. Mehr dazu findest du im Artikel Investieren ist kein Sprint, sondern ein Marathon.  


Das Fondsdomizil und die Quellensteuer 

Das Fondsdomizil spielt für die Steuern für dich als Investor keine Rolle. Relevant sind aber die Steuern, die das Fondsdomizil auf die Dividenden zahlt. Hier geht es um die sogenannte Quellensteuer.

Das ist die Steuer auf Dividenden und Zinszahlungen, die am Ort der Quelle einbehalten wird. Dieser Ort ist der Staat, in dem die Dividende ausgezahlt wird. Da viele ETFs US amerikanische Aktien enthalten, ist die Quellensteuer der USA wichtig für die meisten Anleger. Sie beträgt derzeit 30%. 

Viele Ländern haben mit den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, wodurch sich die Quellensteuer reduzieren und damit die Dividende erhöhen kann. Irische ETFs zahlen z.B. nur 15% Quellensteuer auf Dividenden aus den USA. Luxemburger ETFs dagegen 30%. 


Beispiel ETF S&P 500

Da das doch alles recht theoretisch klingt, habe ich dir einmal die Daten für einen aus meiner persönlichen Sicht optimalen ETF zusammengestellt, in den ich auch selbst seit Jahren investiere:

iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD - ACC ETF
ISIN IE00B5BMR087
WKN A0YEDG
Anlagekategorie Aktien USA
Währung US DOLLAR
Laufende Kosten 0,07 %
Sparplan Ja
Sparbetrag mtl. ab 25 EUR
Abbildungsart replizierend
Besondere Strategie keine
Art Thesaurierend
Fondsvolumen 49,15 Mrd. USD

Daten von comdirect (Stand Juli 2021). Comdirect bietet nicht das günstigste Depot an (Artikel zum Depotvergleich), aber eine übersichtliche Seite, um ETFs zu finden und zu vergleichen. ISIN = International Securities Identification Number; WKN = Wertpapierkennnummer

Die Kosten sind mit 0,07% pro Jahr super niedrig. Ich habe bisher noch keinen physisch replizierenden ETF gesehen, der so günstig war. Woran liegt das? Am enorm großen Handelsvolumen. Viele Anleger investieren in diesen konkreten S&P 500 ETF. Das wiederum drückt die Kosten.

Dieser ETF ist bei allen Banken sparplanfähig i.d.R. ab 25 Euro im Monat. Das ermöglicht auch das Investieren kleiner Summen. Wenn du ein Depot wählst, bei dem Sparpläne kostenlos sind, dann kommt auch der gesamte Betrag wirklich an.

Ich persönlich bevorzuge thesaurierende ETFs. Wenn du lieber in einen ausschüttenden investieren willst, findest du den gleichen ETF unter dem Namen „iShares Core S&P 500 UCITS ETF – USD DIS“ bzw. der ISIN IE0031442068.

Unter „Besondere Strategie“ steht „keine“. Genauer aufgeschlüsselt ist das dann im Unterpunkt „Informationen zur Strategie“. Da steht etwas Fach-Chinesich, aber es ist wichtig zu verstehen worum es geht. Daher übersetze ich einmal, was diese Sätze bedeuten.

Informationen zur ETF-Strategie 

„Die Anteilklasse ist eine Anteilklasse eines Fonds, die durch eine Kombination aus Kapitalwachstum und Erträgen aus dem Fondsvermögen die Erzielung einer Rendite auf Ihre Anlage anstrebt, welche die Rendite des S&P 500 Index, des Referenzindex des Fonds, widerspiegelt.“ 

→ Das bedeutet lediglich, dass es sich um einen ETF handelt .

„Die Anteilklasse strebt soweit dies möglich und machbar ist, an, über den Fonds in die Aktienwerte (z. B. Anteile) anzulegen, aus denen sich der Referenzindex zusammensetzt.“ 

→ Hinweis, dass es sich um physische Replikation handelt. 

„Der Index misst, basierend auf Größen-, Liquiditäts- und Freefloat-Kriterien, die Wertentwicklung der 500 größten Unternehmen (d. h. von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung) am US-Markt. Unternehmen sind im Index nach der Gewichtung der Marktkapitalisierung auf Freefloat-Basis enthalten. Unternehmen sind im Index nach der Gewichtung der Marktkapitalisierung auf Freefloat-Basis enthalten.“ 

Mehr dazu in diesem Artikel: Kurz gesagt ist dies ein Hinweis, wie die Aktien der enthaltenen 500 Unternehmen gewichtet sind. Der prozentuale Anteil eines Unternehmens im Index ist z.B. dann höher, wenn es einen höheren Börsenwert aufweist. Wichtig ist, dass alle MSCI-Indizes nur Aktien enthalten, die auch liquide sind, also auch regelmäßig gehandelt werden können. 

Weitere Informationen findest du übersichtlich zusammengefasst in den gesetzlich geforderten Verkaufsunterlagen (z.B. „Wesentliche Anlegerinformationen“, „Jahresbericht“ und Halbjahresbericht“). Diese lassen sich als pdf herunterladen.

Fazit

Aller Anfang ist schwer, aber wenn du das System einmal verstanden hast, dann geht das Investieren in ETFs bald leicht von der Hand. Der Vorteil ist, dass du dich nur einmal am Anfang für eine Strategie entscheiden musst und dann dabei bleibst. Wenn du einen Sparplan einrichtest hast du danach praktisch keine Arbeit mehr damit! Charmant, oder?

Investieren war nie leichter als heute

Starte noch heute damit!




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